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Schweizer sammeln Geld für Christen-Armee in Syrien

Secondos in der Schweiz leisten Unterstützung im Kampf gegen die Islamisten. Hilfe kommt auch von Nationalräten der SP und der SVP.

Richten ihre Waffen gegen IS-Kämpfer: MIiglieder der Freien Syrischen Armee in der Nähe von Aleppo.
Richten ihre Waffen gegen IS-Kämpfer: MIiglieder der Freien Syrischen Armee in der Nähe von Aleppo.
Keystone

Schweizer Christen sind tief in den Mehrfronten-Krieg in Syrien und Irak verstrickt. Mitglieder der Volksgruppe der Aramäer, Assyrer und Chaldäer – sogenannte Suryoye – tragen aus der Schweiz zur Finanzierung der Armee ihrer Ethnie bei, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Der militärische Arm der Suryoye nennt sich «Syriac Military Council» (SMC) und beschützt nach eigenen Angaben die christliche Minderheit im Nordosten Syriens gegen die vorrückenden Milizen des Islamisten Staates (IS).

Mindestens 100‘000 bis 200‘000 Franken haben dem SMC nahe stehende Schweizer bereits für die Aufrüstung gesammelt. «Unser Volk ist schutzlos den Islamisten ausgeliefert», sagt ein Secondo aus dem Aargau gegenüber der Zeitung. Geld sammeln sei das Wichtigste. Mit Freunden zusammen verschickt er Bettelbriefe, verkauft assyrische Spezialitäten an Essensständen oder organisiert Fussballturniere zu Spendenzwecken.

Parlamentarische Gruppe

Seit zwei Jahren existiert die parlamentarische Gruppe Schweiz-Suryoye. Mitglieder sind die Nationalräte Cédric Wermuth (SP, AG) und Lukas Reimann (SVP, SG). Beide äusserten ihr Verständnis für die Spendensammlungen in der Schweiz zugunsten der Christen-Armee in Syrien. «Dass eine verfolge Minderheit im Widerstand gegen eine theokratische Terror-Miliz zu den Waffren geift, ist nachvollziehbar», sagt Wermuth. Für ihn ist es «absurd», Schweizern den Prozess zu machen, wenn sie sich der christlichen Armee in Syrien anschliessen. Im Fall der Opfer des IS-Terrors sei die Gewaltanwendung legitim und verhältnismässig.

Auch Reimann findet es gut, dass die Christen in Syrien eine Armee aufbauen. Es würden ganze Dörfer ausradiert, da sei es nachvollziehbar, dass auch die Diaspora in der Schweiz Geld sammle für die Verteidigung. Dagegen ist er allerdings, dass sich Schweizer dem SMC anschliessen. «Alle Einwohner der Schweiz, nicht nur Bürger, dürfen sich nicht in bewaffnete Konflikte im Ausland einmischen, sonst wird unsere Neutralität zerstört», sagt er.

Der SMC erhält neben Geldern aus der Schweiz auch personelle Verstärkung. Die «SonntagsZeitung» hat in einem Ausbildungslager der SMC zwei Schweizer Bürger getroffen, beide sind als Offiziere tätig. Gemäss mehreren Quellen aus der Suryoye-Gemeinschaft haben sich insgesamt rund zehn Personen aus der Schweiz der Christen-Armee angeschlossen.

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