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Schweizer Journalist von polnischen Nationalisten bedroht

«SonntagsBlick»-Reporter Fabian Eberhard ist in den sozialen Medien ins Sperrfeuer von Rechtsradikalen geraten. Jetzt zieht er die Konsequenzen.

Am polnischen Nationalfeiertag marschierten neben Konservativen und Nationalisten auch Neonazis durch Warschau.
Am polnischen Nationalfeiertag marschierten neben Konservativen und Nationalisten auch Neonazis durch Warschau.
AP / Alik Keplicz, Keystone

Fabian Eberhard ist «SonntagsBlick»-Reporter und schreibt hauptsächlich zur neuen Rechten, zu Nationalismus und Neonazismus. Er stellt eine Öffentlichkeit her über konspirative und nicht so konspirative Treffen in der Szene. So machte er am Sonntag auf seinem privaten Twitter-Account auch auf den Aufmarsch von Nationalisten in Warschau aufmerksam, bei dem am Nationalfeiertag auch Neonazis mitgelaufen sind. Er twitterte ein Bild, das eine grosse Menschenmenge auf einem Platz und ein Meer von Pyros zeigt. Dazu schrieb er: «Furchteinflössend: 200’000 Nationalisten und Neonazis marschieren in Warschau, Polen».

Daraufhin, schreibt er auf Facebook, starteten Rechte aus Polen, Deutschland und den USA eine orchestrierte Kampagne gegen ihn und überzogen ihn mit Beschimpfungen, Verleumdungen und Morddrohungen. Sogar bis in die polnische Politik und polnischen Medien habe sein Tweet vom Sonntag ein Echo gefunden. Der Vorwurf, trotz klarer Formulierung: Er setze alle Demonstrationsteilnehmer mit Neonazis gleich. Auch deutsche AfD-Bundestagsabgeordnete verbreiten diese falsche Behauptung.

Screenshot des mittlerweile gelöschten Posts auf Eberhards Facebook-Seite
Screenshot des mittlerweile gelöschten Posts auf Eberhards Facebook-Seite

Rund 70’000 Nachrichten habe er allein auf Twitter bekommen, dazu kamen weitere über andere Kanäle und Dutzende Angriffe auf sein Twitter-Profil. Deshalb sah sich Eberhard heute Morgen gezwungen, sein Konto beim Kurznachrichtendienst vorübergehend stillzulegen. Er wolle seinen Kontrahenten eigentlich nicht das Feld überlassen, aber angesichts der Masse an Hassbotschaften sehe er derzeit keine andere Möglichkeit.

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