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Schweiz – gefährliches Pflaster für Fussgänger

Im Jahr 2010 haben sich auf Schweizer Strassen weniger als 20'000 Unfälle mit Verletzten oder Toten ereignet. Das ist im Vergleich mit früher wenig. Für Fussgänger bleibt die Schweiz aber verhältnismässig gefährlich.

Die Organisationen Roadcross und VCS zeigen sich besorgt über die steigende Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Fussgänger. Sie fordern, dass das bundesrätliche Massnahmepaket Via Sicura vollständig umgesetzt wird.

Trotz des erfreulichen Rückganges der Verkehrsopferzahlen weise die Schweiz im internationalen Vergleich – etwa mit den Niederlanden – eine relativ hohe Zahl von tödlich verunfallten Fussgängern auf, stellt Roadcross fest. Diesen Missstand will die Strassenopfer- Organisation, die kürzlich die Volksinitiative «Schutz vor Rasern» eingereicht hat, künftig verstärkt bekämpfen.

Mehr Fussgänger verunfallt

Während Auto-, Töff- und Velounfälle 2010 weniger Opfer forderten als 2009, stieg die Zahl der getöteten und schwer verletzten Fussgänger an.

Allein die Zahl der getöteten Fussgänger stieg 2009 auf 2010 von 60 auf 76 an. Wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu schon zu Jahresbeginn festgestellt hatte, war dieser Anstieg vollumfänglich auf Unfälle ausserhalb des Fussgängerstreifens zurückzuführen.

Zweiradfahrer sind besonders in den Sommermonaten unterwegs, entsprechend gibt es dann die meisten Unfallopfer. In den Wintermonaten dagegen besteht ein erhöhtes Unfallrisiko für Fussgänger – Stichworte: Dunkelheit, Glätte.

Generelles Telefonierverbot

Roadcross wie auch der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) appellieren an die eidgenössischen Räte, das Verkehrssicherheitsprogramm Via Sicura nicht zu verwässern.

Der VCS plädiert dafür, im Rahmen dieses Programmes ein generelles Telefonierverbot am Steuer einzuführen. Auch Navigationssysteme lenkten die Autofahrenden immer öfters ab. Diese sollten nur bedient werden, wenn der Wagen still steht.

Angesichts der hohen Opferzahlen unter den 20- bis 29-Jährigen rät der VCS ferner zu einer verstärkten Präventionsarbeit in dieser Altersklasse.

Bessere Verständigung

Die steigende Zahl der Fussgänger-Unfallopfer ist nach Einschätzung von Roadcross in erster Linie auf eine schlechtere Verständigung zwischen Fahrzeuglenkern und Fussgängern zurück zu führen. Diese müsse verbessert werden.

Beim Überqueren der Strasse sollten Fussgänger zum Selbstschutz Augenkontakt mit den Autolenkern herstellen, im Zweifelsfalle sollten sie stehen bleiben. Autofahrer sollten korrekt und angepasst fahren.

Gemäss Strassenverkehrsgesetz haben Fussgänger auf Zebrastreifen Vortritt. Sie dürfen die gelben Streifen aber nicht überraschend betreten.

(SDA)

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