Raiffeisen eröffnet Arena fürs Lobbying

Die Raiffeisen-Gruppe hat am Dienstag in Bundeshausnähe ein Forum eröffnet. Dieses will sie nutzen, um für ihre Anliegen bei den Bundespolitikern zu werben. Raiff­eisen ist die erste Bank, die in Bern eine Plattform für ­Lobbyaktivitäten betreibt.

In der neuen Lobbying-Plattform: Roland Schaub und Alexandra Perina-Werz von Raiffeisen Schweiz.

In der neuen Lobbying-Plattform: Roland Schaub und Alexandra Perina-Werz von Raiffeisen Schweiz.

(Bild: Beat Mathys)

Am Dienstag eröffnete die Raiffeisen-Gruppe an der Berner Schauplatzgasse ein Forum. Auf den ersten Blick wirkt dieses wie eine moderne, düstere Arena: Beim Eintreten blickt man auf eine schwarze Tribüne und viel schwarzen Anstrich. Kein Zufall: Architektonisch sind die Räume ans Theater angelehnt und sollen den Betrachter daran erinnern.

«Das Raiffeisen-Forum ist als Ort der Begegnung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gedacht», erklärt Roland Schaub, Generalsekretär und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz. In nächster Nähe zum Bundeshaus können künftig im Forum Netzwerke gepflegt und politische Diskussionen geführt werden sowie ­Veranstaltungen oder Sitzungen stattfinden. Die Raiffeisen-Gruppe geht mit ihrem Forum neue Wege: Als erste Schweizer Bank hat sie in Bern Räume fürs Lobbyieren eingerichtet.

Gut ­vernetztes Duo

Die Räumlichkeiten bieten Ar­beitsplätze für das sechsköpfige Team. 1,3 Millionen Franken beträgt das Budget, um das Forum zu betreiben. Zwei Kaderleute von Raiffeisen haben direkten Zugang zum Bundeshaus: Alexandra Perina-Werz, Leiterin Politik bei Raiffeisen Schweiz, ist Präsidentin der CVP im Kanton Bern und verfügt über einen Gästebadge. Jeder Parlamentarier hat die Möglichkeit, an zwei Personen einen Gästebadge fürs Bundeshaus zu vergeben.

Hilmar Gernet, Leiter Kommunikation und Politik bei Raiffeisen Schweiz, verfügt ebenfalls über einen Gästebadge. Gernet ist in Bundesbern gut vernetzt: Von 1997 bis 2011 arbeitete er als Generalsekretär für die CVP Schweiz.

Raiffeisen spannt beim Lobbyieren auch mit anderen mittelgrossen Banken zusammen: 2014 gründete sie zusammen mit dem Verband Schweizerischer Kantonalbanken die Parlamentarische Gruppe Inlandbanken (PGI), die gut vernetzt ist über alle Parteien von links bis rechts. Die PGI ­bildet einen Gegenpol zu den ­tonangebenden Grossbanken in der Bundespolitik.

So konnte sie sich denn auch bei kürzlich im Parlament behandelten Regulierungsprojekten wie dem Finanzdienstleistungs- oder dem Finanzinstitutsgesetz gegen teure, international getriebene Überregulierungen wehren und sich für die Interessen der Regionalbanken starkmachen. «Die Resultate aus dem Ständerat sind ein gu­ter Kompromiss», stellt Perina-Werz fest.

Monitoring erfasst Vorstösse

Zur Eröffnung des Forums präsentierte Raiffeisen gleichzei­tig ein neues Politikmonitoring für den Schweizer Immobilienmarkt. Einen Markt, für den sich Raiffeisen als eines der grössten Hypothekarinstitute der Schweiz stark interessiert. Der «Immo-Polit-Trend», den Raiffeisen in Zusammenarbeit mit dem Immobiliendienstleister IAZI lancierte, erfasst und bewertet ­politische Vorstösse, die den Immobilienmarkt massgeblich beeinflussen. «In Bern wird viel entschieden, und die politischen Vorstösse beeinflussen die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt», sagt ­IAZI-Chef Donato Scognamiglio.

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