Preisüberwacher greift Medikamentenpreise an

Stefan Meierhans will nicht nur Online-Buchungsplattformen genauer unter die Lupe nehmen. Ein Schwerpunkt sind zudem auch die Gesundheitskosten.

Fordert stärkere Regulierung von Buchungsplattformen sowie des Gesundheitswesens: Der Preisüberwacher Stefan Meierhans an der Jahresmedienkonferenz. Video: Tamedia/SDA

Die steigenden Kosten im Gesundheitswesen müssten gedämpft werden, forderte der Preisüberwacher Stefan Meierhans heute bei der Präsentation seines Jahresberichts. Das Verhältnis zwischen Preis und Behandlungsqualität in den Schweizer Spitälern im internationalen Vergleich habe noch Steigerungspotenzial.

Die Anstrengungen der vergangenen Jahre hätten jedoch bereits «zu einer Dämpfung der Preise in dreistelliger Millionenhöhe beigetragen», heisst es im Jahresbericht. Bei den Medikamentenpreisen fordert der Preisüberwacher diverse Regulierungsmassnahmen und eine jährliche Überprüfung der Preise.

Neue wettbewerbsrechtliche Probleme ergeben sich aus Sicht des Preisüberwachers aus der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft. Unternehmen könnten die Digitaltechnik nutzen, um Märkte zu segmentieren und überhöhte Preise durchzusetzen. Ins Visier nimmt der Preisüberwacher dabei plattform- und netzbasierte Dienste und Leistungen. Eingeleitet hat er eine Untersuchung gegen Booking.com.

Preismoratorium bei Post

Erfolge konnte Preisüberwacher Meierhans bei den Verhandlungen mit der Post und den Transportunternehmen verbuchen. Dank einem Preis- und Massnahmenpaket von 50 Millionen Franken fielen die Preiserhöhungen beim Generalabonnement und bei anderen Billetten des öffentlichen Verkehrs für 2017 weniger drastisch aus als vorgesehen.

Mit der Schweizerischen Post einigte sich der Preisüberwacher auf ein Preismoratorium bis Ende 2017 und ein Massnahmenpaket in der Höhe von zwölf Millionen Franken für die Postkunden.

Zu denken gebe ihm, dass der Schienenverkehr in preislicher Hinsicht 2016 gegenüber dem Privatverkehr weiter an Boden verloren habe, schreibt Meierhans in seinem am Freitag vorgestellten Jahresbericht. Das stehe im Widerspruch zu den Mobilitätszielen des Bundes.

Elf einvernehmliche Lösungen

In der Landwirtschaft schliesslich zeigte eine Analyse, dass die Agrarzölle zu höheren Preisen für importierte und inländische landwirtschaftlicher Erzeugnisse führten. Die Mehrkosten bezifferte der Preisüberwacher auf rund 3,2 Milliarden Franken. Er schlug deshalb vor, dass überprüft werden sollte, ob die Zölle nicht abgebaut und dafür die einheimische Landwirtschaft verstärkt durch Direktzahlungen unterstützt werden sollte. Im vergangenen Jahr erzielte der Preisüberwacher gemäss Jahresbericht elf neue einvernehmliche Lösungen. Von Behördenseite wurden ihm 577 Tarifvorlagen zur Stellungnahme unterbreitet. «Monsieur Prix» gab zudem 136 konkrete Empfehlungen ab, am meisten zu Preisen und Tarifen im Gesundheitswesen.

sep/sda

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