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«Politisch war Blochers Abwahl ein Fehler»

Helmut Hubacher, jahrzehntelang die Reizfigur der Bürgerlichen, hat ein Buch über Christoph Blocher geschrieben. Im Interview äussert sich Hubacher zu Blocher, zur EU und zur Ausländerpolitik.

«Unser Verhältnis zu Europa ist die zentrale Frage», sagt der 88-jährige Helmut Hubacher, graue Eminenz der Schweizer Sozialdemokraten: «Nötig wäre jetzt ein nationaler Schulterschluss.»
«Unser Verhältnis zu Europa ist die zentrale Frage», sagt der 88-jährige Helmut Hubacher, graue Eminenz der Schweizer Sozialdemokraten: «Nötig wäre jetzt ein nationaler Schulterschluss.»
Felix Gerber
«Was ich Blocher übel nehme, ist, dass er sagt, die Linke habe nichts für unser Land getan.»
«Was ich Blocher übel nehme, ist, dass er sagt, die Linke habe nichts für unser Land getan.»
Felix Gerber
«Möglicherweise wartet man im Bundeshaus, bis Blocher aus der Politik ausgeschieden ist.»
«Möglicherweise wartet man im Bundeshaus, bis Blocher aus der Politik ausgeschieden ist.»
Felix Gerber
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Herr Hubacher, warum schreiben Sie als verdienter Sozialdemokrat im hohen Alter ein Buch über ihren schärfsten politischen Widersacher?

Helmut Hubacher: Christoph Blocher ist ein aussergewöhnlicher Politiker. Ob man ihn nun mag oder nicht. Er ist ein Faktor, mit dem man sich befassen muss. Blocher ist ein Aufsteiger. Er hat sein Geld nicht geerbt. Er hat alles selbst erarbeitet. Und daneben macht er seit 35 Jahren Politik, baut die grösste Partei auf und gewinnt zwei Volksabstimmungen allein gegen alle. Bei uns Sozialdemokraten sagen viele, es habe keinen Sinn, mit Blocher zu diskutieren. Ich gehe immer von der Realität aus, nicht vom Wunschdenken. Den Blocher gibts nun mal. Er hat Probleme auf den Tisch gelegt, die das Volk beschäftigen. Man kann schlecht behaupten, wir hätten das falsche Volk. Mir reicht es nicht, einfach über Blocher zu fluchen und zu behaupten, er sei ein Faschist.

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