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Peter Spuhler tritt zurück

Der Thurgauer SVP-Nationalrat Peter Spuhler hat seinen Rücktritt auf Ende Jahr bekannt gegeben. Er will sich künftig stärker auf seine Tätigkeit als Unternehmer fokussieren.

Würde eine Wahl zum Bundesrat wohl ablehnen: Peter Spuhler, Chef der Stadler-Gruppe. (27. Oktober 2015)
Würde eine Wahl zum Bundesrat wohl ablehnen: Peter Spuhler, Chef der Stadler-Gruppe. (27. Oktober 2015)
Gian Marco Castelberg
Von 1999 bis 2012 war Spuhler für die SVP Thurgau Mitglied im Nationalrat.
Von 1999 bis 2012 war Spuhler für die SVP Thurgau Mitglied im Nationalrat.
Keystone
Gegen das gewerkschaftliche Arbeitszeitdiktat: Nationalrätin und Co Präsidentin des überparteilichen Komitees 'Nein zur 36-Stunden Woche' Christine Wirz-von Plata und Co Präsident Peter Spuhler. (14. Januar 2002)
Gegen das gewerkschaftliche Arbeitszeitdiktat: Nationalrätin und Co Präsidentin des überparteilichen Komitees 'Nein zur 36-Stunden Woche' Christine Wirz-von Plata und Co Präsident Peter Spuhler. (14. Januar 2002)
Keystone
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Der Entscheid, nach 13 Jahren als Nationalrat zurückzutreten, sei ihm nicht leicht gefallen, schreibt Peter Spuhler in einer Medienmitteilung. Er habe sich gerne als Nationalrat für eine liberale Finanz- und Wirtschaftsordnung und einen starken Werkplatz Schweiz eingesetzt.

«Aufgrund des schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfelds habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschieden, meine unternehmerisch wahrzunehmende Verantwortung meinen persönlichen politischen Ambitionen vorzuziehen», begründete der Unternehmer den Schritt. Die Krise in Europa sei alles andere als gelöst, führt der Chef der Stadler Rail aus.

Erhöhte Reisetätigkeit

Für sein Unternehmen habe dies zur Folge, dass die Anzahl internationaler Ausschreibungen stark zurückgehe und «wir bei den verbleibenden Ausschreibungen nach wie vor unter dem starken Franken leiden». Es müsse dem Unternehmen daher gelingen, in den nächsten Jahren ausserhalb von Europa neue Märkte zu erobern, was für ihn, Spuhler, eine erhöhte Reisetätigkeit im Ausland nach sich ziehen werde.

Diese Ausgangslage habe ihn dazu veranlasst, sich stärker auf seine Führungsaufgabe als Chef der Stadler Rail sowie auf seine Beteiligungen bei Aebi-Schmidt, Rieter und Autoneum, bei denen er im Verwaltungsrat sitzt, zu konzentrieren. «Das Wohl meiner Mitarbeiter liegt mir am Herzen», schreibt Spuhler.

Die Schienenfahrzeuge herstellende Stadler Rail erzielte 2011 mit rund 4500 Mitarbeitenden einen Umsatz von knapp 1,4 Milliarden Franken. Das Unternehmen, dem Peter Spuhler als Präsident des Verwaltungsrats vorsteht und das er als Gruppen-Chef leitet, machte im vergangenen Jahr einen Gewinn.

Verena Herzog folgt auf Spuhler

Der 53-jährige Peter Spuhler wurde 1999 in den Nationalrat gewählt und bei den eidgenössischen Wahlen 2003, 2007 und 2011 bestätigt. Im Nationalrat ist der Thurgauer Politiker Mitglied der parlamentarischen Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK).

Die SVP-Fraktion im Nationalrat bedauert den Rücktritt von Peter Spuhler. «Wir haben aber auch Verständnis und grossen Respekt, dass er in der aktuellen Situation die Priorität bei seiner wichtigen unternehmerischen Verantwortung setzt», schreibt Nationalrat und Fraktionspräsident Adrian Amstutz in einer ersten Reaktion.

In wirtschafts- und steuerpolitischen Fragen werde die SVP Peter Spuhler weiterhin zu Rate ziehen, so Amstutz. Anspruch auf die Nachfolge des zurücktretenden Parlamentariers hat die 56-jährige Verena Herzog. Sie ist Mitglied des Thurgauer Grossen Rats. Die Kindergärtnerin und Geschäftsfrau ist erste Ersatzkandidatin.

Nicht immer auf Parteilinie

Peter Spuhler politisierte in seinen 13 Jahren im Nationalrat nicht immer auf der Linie seiner Partei. So sprach er sich dezidiert für die Personenfreizügigkeit aus. Bei Vakanzen im Bundesrat wurde er regelmässig als möglicher Kandidat ins Spiel gebracht – der Unternehmer verzichtete stets.

Der Thurgauer wurde in Spanien geboren. Er studierte Betriebswirtschaft an der Universität in St. Gallen (HSG). In jungen Jahren spielte er Eishockey beim Grasshopper Club Zürich. Heute unterstützt er die ZCS-Lions und den HC Thurgau als Sponsor.

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