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Parmelin eilt gebeutelten Branchen zu Hilfe

Detailhändler, Reise-Unternehmen und die Kulturszene leiden unter den Corona-Massnahmen. Der Bundesrat berät nun über ein Hilfspaket.

Möchte die Entschädigungen für Kurzarbeit ausbauen: Bundesrat Guy Parmelin. Foto: Alessandro Della Valle (Keystone)
Möchte die Entschädigungen für Kurzarbeit ausbauen: Bundesrat Guy Parmelin. Foto: Alessandro Della Valle (Keystone)

Eine Krisensitzung jagt in Bern die nächste. Am Dienstag hat das Staatssekretariat für Wirtschaft die Nöte einer Reihe von Verbänden angehört, von den Detailhändlern über die Spediteure und die Reisecar-Branche bis zu den Schweizer Zirkusunternehmen. Unverhofft machte dabei Wirtschaftsminister Guy Parmelin seine Aufwartung. Dabei liess er durchblicken, dass der Bund bald Geld lockermachen wird, um den von den Folgen der Corona-Prävention betroffenen Unternehmen zu helfen.

Ein Konjunkturprogramm lehnt der SVP-Bundesrat zwar weiterhin als nicht zielführend ab. Doch will er als ersten Schritt die Entschädigungen für Kurzarbeit ausbauen. Für freischaffende Musiker, Schauspieler und Künstler etwa will Parmelin die Beitragsdauer doppelt anrechnen, damit sie Anspruch erhalten, wie er in seinem Blog schreibt: «Andere Massnahmen werden derzeit geprüft, und wir werden keine Branche aus den Augen verlieren.»

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Mehrere Teilnehmer verliessen die Sitzung mit der Erwartung, dass der Bundesrat am Freitag erste Pflöcke einschlagen wird. Eugen Brunner, Präsident des Messeverbands Expo Event Livecom Association, sagt: «Bei der Kurzarbeit kann der Bund schnell Massnahmen umsetzen, zum Beispiel mit Kurzarbeit für Geschäftsleitungsmitglieder und Geschäftsinhaber.»

Andere Forderungen der Branche, etwa die Gewährung von Notkrediten oder zinslosen Darlehen, benötigten neue Prozesse und län­gere Abklärungen. «Bundesrat Parmelin nimmt unseren Notstand wirklich ernst», sagt Brunner, dessen Verband vor vier Tagen einen öffentlichen Hilferuf ­absetzte.

«Schwierige Situation»

Für rasche Hilfe plädieren auch SP-Nationalrat Mathias Reynard und SVP-Ständerat Hannes Germann, die Präsidenten der Kulturkommissionen der Eidgenössischen Räte, die Parmelin am Dienstag trafen. «Die Bundesräte machen einen guten Job. Wir haben ihnen die Unterstützung des Parlaments signalisiert, damit auch im Gesamtbundesrat schnell Entscheidungen gefällt werden», sagt Reynard mit Verweis auf mögliche Massnahmen für Wirtschaft, Sport und Kultur.

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Am Donnerstag wird die Kulturbranche, von den Musikern über die Veranstalter und die Theaterleute bis zum Jodlerverband, beim Bundesamt für Kultur vorsprechen. Philippe Bischof, Direktor der Stiftung Pro Helvetia, sagt: «Die Kulturszene steckt in einer sehr schwierigen Situation, für die wir so schnell und koordiniert wie möglich Lösungen suchen.» Pro Helvetia könne Notmassnahmen nicht finanzieren, aber beraten. «Selbstverständlich werden wir Kulanz walten lassen und zugesagte Finanzierungen auch für abgesagte Veranstaltungen einhalten.»

Wie gross die Not ist, erheben die Musikerverbände derzeit. Sonart hat schon fast 500 abgesagte Veranstaltungen registriert, der Schweizerische Musikerverband ebenfalls mehrere Hundert, stündlich werden es mehr. «Wir sind bestrebt, als ganze Szene eine Lösung zu suchen und möglichst eine gemeinsame Haltung in die Gespräche mit dem Bund einzubringen», sagt der Berner Musiker Christoph Trummer, der bei Sonart als Leiter Politische Projekte arbeitet.

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