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Ode an die Öde

Sieben von zehn Schweizern leben in einer Stadt oder in einer Vorstadt. Zehn Stunden in Spreitenbach machen klar, warum: Die Agglo hat Klasse.

Spreitenbach an einem Herbsttag: Die Bahnhofstrasse präsentiert sich weit wie ein Boulevard, die Stadt geprägt vom Flair der Leute aus über hundert Ländern.
Spreitenbach an einem Herbsttag: Die Bahnhofstrasse präsentiert sich weit wie ein Boulevard, die Stadt geprägt vom Flair der Leute aus über hundert Ländern.
Sophie Stieger

Ich bin der einzige Passagier, der in Killwangen-Spreitenbach aussteigt. Vor mir steht ein Zwilling des Bahnhofs Altstetten, ein Legostein für Riesen. Ein Flugzeug darüber macht ein Geräusch, als würde ein Tram über den Himmel fahren. Im Fahrtwind der Züge rollen Zigarettenstummel übers Perron. Es ist, als beträte ich Mani Matters Lied von den Bahnhöfen, wo der Zug immer schon abgefahren ist. Weiter gehts zu einem Parkplatz voller Autos, mit der dominanten Farbe Grau. Einem Mechaniker, dessen Stirn sich furcht, als er unter einem Nissan hervorschaut. Einem Sammelsurium von Betonklötzen, die Grossstadt spielen. Es ist, als wanderte ich in einen Albtraum, ohne den Notausgang des Erwachens.

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