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Obamas Wahlkampf missfällt der Schweiz

Die Demokraten thematisieren dauernd das frühere UBS-Konto des Republikaners Mitt Romney. Die Organisation Präsenz Schweiz hat nun bei der Partei von US-Präsident Barack Obama interveniert.

Ohne Rücksicht auf Schweizer Befindlichkeiten: US-Präsident Barack Obama bei einem Wahlkampfauftritt in Ohio.
Ohne Rücksicht auf Schweizer Befindlichkeiten: US-Präsident Barack Obama bei einem Wahlkampfauftritt in Ohio.
AFP

Präsenz Schweiz ist die Imageförderungsstelle des Bundes, die sich um ein positives Bild der Schweiz in aller Welt bemüht. In den USA, einem wichtigen Zielland, kommt ihr nun der Wahlkampf um die Präsidentschaft in die Quere. Gemäss einem Bericht der «Aargauer Zeitung» gefällt es Präsenz Schweiz nicht, dass die Demokraten ein früheres Schweizer Bankkonto des republikanischen Herausforderers Mitt Romney ständig zum Thema machen, um ihm das Image eines reichen Steuerhinterziehers anzuhängen. Dadurch erleide das Ansehen der Schweiz einen Schaden, lautet der Standpunkt von Präsenz Schweiz. Mit dem Wahlkampf der Demokraten werde das Klischee des Steuerparadieses Schweiz zementiert.

Nicolas Bideau, Chef von Präsenz Schweiz, sagte gegenüber der AZ, dass solche Klischees nicht leicht aus der Welt zu schaffen seien, auch weil diese von der US-Unterhaltungsbranche bewirtschaftet würden. «Erschwerend kommt hinzu, dass die Steuerdiskussion zwischen der Schweiz und den USA noch nicht abgeschlossen ist.»

Intervention bei «offensichtlichen Fehlinformationen»

Die Schweizer Botschaft in Washington hat inzwischen bei der Wahlkampfzentrale von Präsident Barack Obama interveniert. Laut dem Chef von Präsenz Schweiz sind solche Interventionen üblich, wenn in der amerikanischen Öffentlichkeit «offensichtliche Fehlinformationen» über die Schweiz verbreitet würden. Neben Präsenz Schweiz haben auch Schweizer Parlamentarier ihren Unmut geäussert. Der parlamentarische Verein Schweiz - USA habe anlässlich einer Reise nach Washington im letzten Mai eine Beschwerde bei der Obama-Administration deponiert, schreibt die «Aargauer Zeitung». Es sei eben ein Wahljahr, lautete die lapidare Antwort der Amerikaner.

Das Konto, das der Republikaner Romney bei der UBS hatte, ist seit Monaten ein beliebtes Wahlkampfthema der Demokraten. Der «Swiss bank account» hat dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten den Übernamen «Swiss Mitt» eingebracht. Nicht erwähnt wird in der Debatte, dass Romney sein Konto bei der UBS bereits vor zwei Jahren aufgelöst und sein Vermögen offensichtlich korrekt versteuert hatte.

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