Kantonale Gewerbeverbände lassen Bigler abblitzen

No-Billag-Graben beim Gewerbe: Nur drei kantonale Mitglieder folgen bislang der Ja-Parole des Schweizerischen Gewerbeverbands.

Einer der prominentesten Befürworter der No-Billag-Initiative: Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands. (Archiv)

Einer der prominentesten Befürworter der No-Billag-Initiative: Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands. (Archiv) Bild: Alessandro della Valle/Keystone

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Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) gehört zur politischen Avantgarde der No-Billag-Initiative. Bereits Ende Oktober beschloss die Gewerbekammer die Ja-Parole und seither ist Direktor Hans-Ulrich Bigler einer der feurigsten Befürworter der Initiative. Den ersten «Plan B» für eine Welt ohne Billag-Gebühren präsentierten weder die Initianten noch die SRG – sondern Bigler und der Gewerbeverband.

Im Gegensatz zum entschlossenen Vorpreschen der Dachorganisation stehen die tief gespaltenen Gewerbler selbst. Eine Umfrage dieser Zeitung hatte bereits Mitte Januar gezeigt, dass der Kurs des Dachverbandes bei vielen Vertretern der Verbandssektionen auf Kritik stösst.

Dreimal Ja, neunmal Nein

Dass der Verband gespalten ist, zeigen auch die Parolenfassungen der 26 kantonalen Gewerbeverbände, die Mitglieder des SGV sind: Bislang sind bloss drei dieser kantonalen Gewerbeverbände dem SGV gefolgt und haben die Ja-Parole beschlossen (Basel-Stadt, Graubünden und Zürich).

Dem gegenüber stehen neun kantonale Gewerbeverbände, die Nein-Parolen beschlossen haben (Aargau, Freiburg, Genf, Neuenburg, Schwyz, Solothurn, Tessin, Wallis und Waadt). Neun weitere kantonale SGV-Mitglieder werden keine Parole ergreifen oder haben Stimmfreigabe beschlossen (Basel-Land, Bern, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schaffhausen, St. Gallen, Uri und Zug).

Fünf Verbände werden ihre Entscheide nächste Woche veröffentlichen (Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Jura und Thurgau).

Nicht nur kantonale Verbände

Der SGV vertritt KMU-Interessen. Neben den 26 aufgelisteten kantonalen Gewerbeverbänden gehören der Dachorganisation über 200 Berufs- und Branchenverbände sowie Organisationen der Gewerbeförderung an.


Die No-Billag-Initiative in 150 Sekunden erklärt

Inlandredaktorin Claudia Blumer erklärt im Video, worüber wir am 4. März abstimmen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.02.2018, 20:50 Uhr

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