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Noch 217 Meter bis zum Tunnel-Weltrekord

Verläuft alles nach Plan, kann am 15. Oktober 2010 der Durchstich des 57 Kilometer langen Gotthardbasistunnels gefeiert werden. Die Bauarbeiter sollen aber nicht unter Druck gesetzt werden.

Der Countdown zum Tunnel-Weltrekord läuft: Am 15. Oktober 2010 soll es so weit sein.
Der Countdown zum Tunnel-Weltrekord läuft: Am 15. Oktober 2010 soll es so weit sein.
Reuters

Heute fehlten noch 217 Meter in der Oströhre, wie die Tunnelbauerin AlpTransit Gotthard AG (ATG) bekannt gab.

Der Countdown zum Durchschlag des längsten Tunnels der Welt läuft und die Arbeiten sind auf Kurs. Die Durchschlagstelle befindet sich 27 Kilometer vom Nordportal in Erstfeld UR, 30 Kilometer vom Südportal in Bodio TI und 2500 Meter unter dem Piz Vatgira, der höchsten Überlagerung auf der ganzen Tunnelstrecke.

Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, kann der Durchschlagtermin eingehalten werden. Doch die Arbeiten im rund 45 Grad warmen Gestein sind anstrengend. Das stellt hohe Anforderungen auch an die Kühlanlagen, welche die Temperatur auf 28 Grad senken müssen.

ATG-Chef Renzo Simoni gab an der Medienkonferenz zu verstehen, dass man weiterhin sorgfältig und sicher arbeiten werde und sich durch den vorgesehenen Termin von Mitte Oktober nicht unter Druck setzen lasse.

Durchschlag Oströhre

Der Gotthardbasistunnel für die Bahn, der voraussichtlich 2017 in Betrieb genommen wird, besteht aus zwei Röhren. Der erste Durchschlag erfolgt jetzt in der Oströhre. Der Durchstich in der Weströhre ist für den Frühling 2011 geplant.

Beim Durchschlag gehe es vorerst um ein Fest für die Mineure, sagte Simoni. Diese feiern in Faido TI und Sedrun GR. Weil Zugangskapazität und Platzverhältnisse im Tunnel beschränkt sind, können nur 200 Personen den Akt vor Ort verfolgen; unter ihnen Verkehrsminister Moritz Leuenberger mit einem seiner letzten Auftritte als Bundesrat.

Der Durchschlag wird aber vom Schweizer, Westschweizer und Tessiner Fernsehen live übertragen. Weitere Feiern finden im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) sowie für die Bevölkerung in Erstfeld, Sedrun und Bodio statt. Gegen 3500 Personen - Bevölkerungsfeste nicht eingeschlossen - werden an den offiziellen Feiern teilnehmen.

Künstlerische Akzente

Auch die Kunst setzt Akzente zum Durchschlag des Weltrekordtunnels. Bundesrat Leuenberger hat den Regisseur Volker Hesse um eine künstlerische Inszenierung gebeten. Es sei bewegend, was da tief im Berg vor sich gehe, sagte er. Das Erlebnis sei so stark, dass man nicht mit kleinen Sketches oder sprachlichem Firlefanz operieren könne.

Eine optisch-akustische Installation zum Umgang des Menschen mit dem Stein versprach Hesse am Dienstag. Dazu gewann er die Musiker Töbi Tobler, Christian Zehnder und Norbert Möslang, den Steinklangkünstler Arthur Schneiter, den Fotografen Angel Sanchez und den Lichtspezialisten Rolf Derrer.

Wenn die Ehrengäste nach dem Durchschlag am Nachmittag dann wieder aus dem Tunnel klettern, empfängt sie der Künstler Roman Signer in Sedrun mit einer Sprengaktion.

Die Kosten für die Durchschlagfeier beziffert ATG-Chef Renzo Simoni mit zwei Millionen Franken. Die am Bau beteiligten Unternehmen und die ATG beteiligen sich daran je zur Hälfte.

SDA/bru

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