Erneute Panne beim Numerus-clausus-Test

12 von 198 Fragen der Prüfung für das Medizinstudium waren schon bekannt. Was jetzt geschieht.

Harter Eignungstest: Teilnehmerin der Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium.

Harter Eignungstest: Teilnehmerin der Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium.

(Bild: Keystone Roland Schlager)

Anja Burri@AnjaBurri

Schon wieder: Auch dieses Jahr ist es beim Eignungstest für das Medizinstudium zu einer gravierenden Panne gekommen. 12 der gestellten 198 Fragen waren schon vor dem Testtag in Umlauf gewesen. Die Aufgaben seien im Übungsmaterial eines kommerziellen Vorbereitungskurses verwendet worden, teilte Swissuniversities mit, der Zusammenschluss der ehemaligen Rektorenkonferenzen der verschiedenen Schweizer Hochschulen. Alle betroffenen Aufgaben gehörten zur Aufgabengruppe «Textverständnis», welche nun bei der Auswertung des Tests nicht berücksichtigt wird.

Eine weitere Aufgabengruppe: Schlauchfiguren. (Quelle: Zentrum für Testentwicklung der Universität Fribourg)

Diese Massnahme sei vertretbar, heisst es bei Swissuniversities auf Anfrage. Die Korrekturmassnahmen hätten keine negativen Folgen für die 3292 Personen, die den Eignungstest Anfang Juli absolviert hätten. Knappe Resultate habe man genau angeschaut. Nur jede vierte Person, die den Eignungstest macht, wird zum Humanmedizinstudium zugelassen. Bei der Veterinärmedizin ist ungefähr jede dritte Person erfolgreich.

Eine weitere Aufgabengruppe: Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten.

Die Panne bei den Eignungstests ist vor allem deshalb problematisch, weil sie sich wiederholt. Schon im vergangenen Jahr mussten ein gutes Dutzend Fragen aus der Auswertung gestrichen werden, weil sie schon im Vorfeld bekannt gewesen waren. Beide Male sei dasselbe private Institut für das Leck verantwortlich gewesen, schreibt Swissuniversities. Bereits im vergangenen Jahr habe man rechtliche Schritte gegen die Firma eingeleitet. Die Vorwürfe lauteten Hehlerei und Widerhandlung gegen das Urheberrechtsgesetz.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau wollte das Verfahren zuerst einstellen und erliess eine Nichtanhandnahmeverfügung. Swissuniversities erhob gegen diesen Entscheid Beschwerde - und erhielt zumindest teilweise Recht: Das Obergericht beauftragte die Staatsanwaltschaft, ein Strafverfahren gegen das Lerninstitut zu eröffnen. Zurzeit würden Befragungen durchgeführt, teilte die Oberstaatsanwaltschaft Aargau auf Anfrage mit. Es geht um Vergehen gegen das Urheberrechtsgesetz und gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Ein weitere Aufgabengruppe beim Numerus Clausus: Muster zuordnen.

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