Zum Hauptinhalt springen

Neue Bohne macht die Schoggi rosa

Es gibt weisse, dunkle und Milchschoggi. Neu kommt eine vierte Sorte hinzu: die rosa Schokolade ­Ruby. Der Hersteller Barry ­Callebaut will damit Mägen weltweit erobern.

Barry Callebaut erweitert das Schoggisortiment mit einer roten Sorte.
Barry Callebaut erweitert das Schoggisortiment mit einer roten Sorte.
zvg

Die Schweiz ist eine grosse Schoggination. Kürzlich hat Barry Callebaut mit «Ruby» neben der Milchschokolade, der dunklen und der weissen Schokolade eine vierte Sorte vorgestellt. Bis sich Konsumenten die aus der rötlichen Ruby-Kakaobohne hergestellte Schokolade im Mund zergehen lassen können, dauert es allerdings noch eine Weile.

Es dürften achtzehn Monate vergehen, schätzt Barry-Callebaut-Sprecher Kim Ghilardi. Der Zürcher Konzern, die Nummer 1 im Markt, produziert keine fertigen Ruby-Produkte für Konsumenten. Er beliefert lediglich die ­Lebensmittelindustrie, Chocolatiers, Konditoren, Bäcker, aber auch Hotels und Restaurants.

Komplizierte Herstellung

Verarbeiten lässt sich Ruby gleich wie die traditionellen Kakaosorten. Die Produktion soll hingegen aufwendiger und kostspieliger sein. Ob dies auf die Verkaufspreise durchschlagen wird und wie die Akzeptanz sein wird, ist noch offen. Barry Callebaut testete das Produkt bisher erfolgreich auf den für den Konzern wichtigen Märkten Grossbritannien, USA, China und Japan.

Der Geschmack von Ruby sei fruchtig und «beerig», erläutert Ghilardi. Beide Eigenschaften stammen ausschliesslich von der gleichnamigen Kakaobohne, die in Ecuador, Brasilien und der Elfenbeinküste angebaut wird. Da weder Beeren, Aromen oder Farbstoffe zugesetzt werden, handelt es sich wohl tatsächlich um eine vierte Sorte.

Entdeckt wurde Ruby wie Konzernsprecher Kim Ghilardi erzählt, schon vor 13 Jahren zufällig in der konzerneigenen Forschungsabteilung in der Normandie. Ghilardi spricht von einem «einzigartigen Verfahren», ohne Details zu verraten. Barry Callebaut hat sich Teile des Produktionsprozesses patentieren lassen. Der Rest ist Geschäftsgeheimnis. Angst davor, dass Konkurrenten eine eigene Ruby-Schokolade entwickeln könnten, hat man nicht. Falls Mitbewerber dies ins Auge fassen sollten, würden sie für die Entwicklung und Produktion Jahre brauchen, glauben die Zürcher.

Konkurrenz zurückhaltend

Die Konkurrenz setzt derzeit stärker auf bewährte Sorten und entwickelt eigene Marken weiter. Camille Bloch, bekannt für gefüllte Schoggispezialitäten wie Ragusa und Torino, arbeitet laut Mediensprecherin Regula Gerber an Innovationen für seine Bestseller. Ruby gehöre momentan nicht dazu. In den letzten Jahren entstanden ist beispielsweise die Blond-Schokolade mit caramelisierter Milch.

Nestlé hat kürzlich das Rezept für die Milchschokolade seiner Marke Cailler mit Blick auf deren 200-Jahr-Jubiläum überarbeitet. Weniger Zucker, mehr Milch und Kakao sollen für einen intensiveren Geschmack sorgen und den Absatz ankurbeln.

Chocolat Frey habe bereits bisher für jeden Kundengeschmack etwas im Angebot, betont Tim Herrmann, Sprecher der Migros-Tochter. Das Unternehmen stelle nämlich über 70 Schokolade­rezepturen her, die aus sortenreinen, aber auch aus Mischungen von bis zu fünf verschiedenen Kakaosorten bestünden. Bereits bisher gibt es beim 1962 gegründeten Glarner Familienunternehmen Confiseur Läderach ­rosafarbene Schokolade. Sie besteht allerdings aus weisser Schokolade mit kleinen Stückchen von Himbeeren und Brombeeren. Das Produkt hat damit nichts mit der Sorte Ruby zu tun.

Lobende Worte für Ruby findet der Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten Chocosuisse: Die neue Schokolade zeuge von der Innovationskraft der heimischen Industrie.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch