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Militärangehörige fallen reihenweise auf Rabatt-Trick herein

Der Nachrichtendienst hat getestet, wie gut die Armee gegen Hackerangriffe gewappnet ist. Das Ergebnis ist gemäss einem Bericht ernüchternd.

Der Cyber-Test fiel «unerfreulich» aus: Soldaten bei der Kaderausbildung. (13.11.2013)
Der Cyber-Test fiel «unerfreulich» aus: Soldaten bei der Kaderausbildung. (13.11.2013)
Christian Beutler, Keystone

Der militärische Nachrichtendienst hat bei 10'500 Berufsmilitärs und 1500 Angestellten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und der Rüstungsbeschaffungsstelle Armasuisse geprüft, ob sie einem Cyberangriff standhalten würden. Mehr als erwartet sind beim unangemeldeten Cyber-Test durchgefallen, schreibt die «Sonntagszeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe. Das Ergebnis sei «unerfreulich» ausgefallen, sagt eine Quelle, die Einblick in die Auswertungen hatte. Armeesprecher Walter Frik bestätigt, dass im Rahmen einer Kampagne mit dem Titel «Attenziun» (rätoromanisch für Achtung) Tests zur IT-Sicherheit stattgefunden haben.

Die Kontrollen fanden in drei Wellen, im letzten Oktober, im Januar und im Mai dieses Jahres statt. Bei ihrem ersten Test sprachen die Kontrolleure des militärischen Nachrichtendienstes die Schnäppchenjäger im VBS an: Mit Rabatt-Versprechen wurden diese in einen angeblichen Webshop der Verwaltung gelockt. Hier wurden die auf Geheimhaltung getrimmten Militärs und Verwaltungsangestellten aufgefordert, den Pin ihrer Smartcard einzugeben, mit der sich Bundesangestellte ins gesicherte Informatik-Netz einloggen müssen.

Reihenweise verrieten VBS-Angestellte die vertraulichen Angaben. Ein weiteres, dem Anschein nach falsch adressiertes internes Mail war mit einem Anhang versehen, das Angaben zur Lohnstruktur im Amt versprach. Viele konnten nicht widerstehen und klickten die Excel-Datei an. Im Verteidigungsbereich können durch Mitarbeiter eingeschleppte Schadprogramme eine verheerende Wirkung entfalten: Mit solchen Trojanern lassen sich Radar-Abwehr-Systeme ausschalten oder Drohnen entführen. Nur schwer lassen sich grosse Informatiksysteme von Spionageviren säubern. Experten gehen davon aus, dass ein vermutlich aus China stammendes ins Bundesnetz eingeschlepptes Spionageprogramm nach wie vor aktiv ist.

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