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«Mein Angebot macht kommerziell Sinn»

Der Investor Remo Stoffel hat grosse Pläne für die Therme Vals – dem gebürtigen Valser schlägt aber Misstrauen entgegen. In einem Interview zeigt er sich offen für eine Kooperation mit Star-Architekt Peter Zumthor.

Ein architektonisches Meisterwerk: Das Thermalbad in Vals.
Ein architektonisches Meisterwerk: Das Thermalbad in Vals.
Keystone

Der Immobilienunternehmer Remo Stoffel hat als Erster Interesse an der Übernahme der Therme Vals angemeldet. Inzwischen gibt es zwei Mitbewerber: eine Interessengemeinschaft um den Architekten Peter Zumthor, der die Therme Vals entworfen hat, sowie die Valser-Gruppe des Unternehmers Pius Truffer.

Eine Zusammenarbeit mit einem der Mitbewerber oder gar mit beiden schliesst Stoffel nicht aus, wie er in einem Interview mit der «Südostschweiz» erklärt (Artikel nicht online verfügbar). «Ich würde nie für mich in Anspruch nehmen, dass mein Vorschlag der Weisheit letzter Schluss ist.» Es gehe darum, die für Vals beste Lösung zu finden. «Wenn sich zeigt, dass einige Elemente der anderen Bewerbungen in der Summe besser sind als meine, dann ist es für mich sonnenklar, dass diese im Interesse des Ortes umgesetzt werden müssen. Und zwar personenunabhängig.»

Kritik ist «des Unternehmers Schicksal»

Gleichzeitig betont er die Vorzüge seines Projekts. «Es ist sicher ein gutes Angebot, und es ist kommerziell plausibel», sagt der erst 35-jährige Investor, dem Cleverness nachgesagt wird. «Auch die Abklärungen der Banken, der Gesellschaft für Hotelkredit und des Kantons haben ergeben, dass mein Konzept Hand und Fuss hat.» Stoffel ist bereits dick im Geschäft. So hat er etwa in Pontresina und auf der Lenzerheide millionenschwere Immobilienprojekte am Laufen. In Vals will Stoffel mit seiner Partizipationen AG alle Aktien der Hotel und Thermalbad AG für 7 Millionen Franken übernehmen. Zudem plant er einen Hotelneubau für 50 Millionen. Zur Deckung einer Finanzierungslücke soll die Gemeinde Vals Investitionsbeiträge von 6 Millionen leisten, womit unter dem Strich 1 Million in die Gemeindekasse fliessen würde.

Obwohl er in Vals aufgewachsen ist, schlägt Stoffel Misstrauen entgegen. Ein Vorwurf lautet, dass es ihm vor allem darum gehe, eine goldene Nase zu verdienen. Zur Kritik an seiner Person sagt Stoffel, das sei «nun einmal das Schicksal des Unternehmers». Es sei immer schwierig, mit Misstrauen konfrontiert zu sein. «Aber das Einzige, was ich machen kann, ist vorwärtszugehen und seriös und gut zu arbeiten.» Im Laufe der Zeit würden die kritischen Stimmen von selber verstummen, erklärt Stoffel.

Zusammenarbeit ist laut Zumthor nicht denkbar

Für den Bündner Architekten Peter Zumthor ist eine Zusammenarbeit mit Stoffel kaum ein Thema. «Wir zwei würden wohl nicht zusammenpassen», sagte Zumthor kürzlich in einem Interview mit der «Südostschweiz», «denn meine Herkunft ist zutiefst kulturell und sozial orientiert.» Sein Engagement für die von ihm entworfene Therme begründet er unter anderem damit, dass er Vals nicht im Stich lassen könne.

Die IG um Zumthor bietet der Gemeinde Vals für den Kauf aller Aktien der Gesellschaft 3 Millionen Franken. Ausserdem will sie einen Kredit von 2,1 Millionen an die Hotel und Thermalbad AG der Gemeinde zurückzahlen. Längerfristig möchte Zumthors Gruppe 45 Millionen investieren und das sanierungsbedürftige Haupthaus der Hotelanlage durch einen «architektonisch hochwertigen Neubau» ersetzen.

Hotelbetrieb muss dringend modernisiert werden

Im Rennen um die Therme Vals ist auch der Bündner Unternehmer Pius Truffer. Der einstige Verwaltungsratspräsident der Therme und seine Valser-Gruppe versprechen «ein viel besseres Angebot». Details ihres Projekts sind allerdings noch nicht bekannt.

Die Gemeinde Vals möchte Therme und Hotel verkaufen, weil sie die notwendigen millionenschweren Investitionen in die Infrastruktur nicht finanzieren kann. Der Käufer, so die Forderung der Gemeinde, soll die Anlage modernisieren. Denn ohne Neubau und Sanierung ist der Valser Hotelbetrieb im hart umkämpften Tourismusmarkt mittelfristig kaum konkurrenzfähig. Die Therme befindet sich in einem Komplex mit Hotelgebäuden und Wohnhäusern aus den 1960er-Jahren.

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