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Asylgesuche sind stark zurückgegangen

Im dritten Quartal 2016 wurden 42 Prozent weniger Asylgesuche gestellt als im Vorjahresquartal. Die geschlossene Balkanroute ist einer der Gründe dafür.

Die Zahl der Gesuche von eritreischen Staatsangehörigen hat stark abgenommen: Bundesasylzentrum Glaubenberg in Sarnen. (Archivbild)
Die Zahl der Gesuche von eritreischen Staatsangehörigen hat stark abgenommen: Bundesasylzentrum Glaubenberg in Sarnen. (Archivbild)
Alexandra Wey, Keystone

Die Zahl der Asylgesuche ist im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Für das ganze Jahr rechnet das Staatssekretariat für Wirtschaft (SEM) mit 30'000 Asylgesuchen als wahrscheinlichstes Szenario, für die operative Planung geht es aber von 35'000 Gesuchen aus.

In den Monaten Juli, August und September wurden 42 Prozent weniger Asylgesuche eingereicht als im dritten Quartal 2015. Insgesamt wurden 7105 Asylgesuche gestellt, 1143 mehr als im zweiten Quartal, wie das SEM am Dienstag mitteilte.

Im September wurden 2185 Asylgesuche registriert, 258 weniger als im August. Auch im Vergleich zum September 2015 lasse sich ein deutlicher Rückgang um fast 52 Prozent feststellen.

Schliessung der Balkanroute

Der Rückgang der Asylgesuche im letzten Monat wird vor allem damit erklärt, dass die Zahl der Gesuche von eritreischen Staatsangehörigen stark abgenommen hat.

Der deutliche Rückgang im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal wird einerseits auf die Schliessung der Balkanroute zurückgeführt und anderseits durch den Umstand, dass zahlreiche Asylsuchende ein anderes Land als Ziel haben und deshalb kein Asylgesuch in der Schweiz stellen wollen.

Weniger Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea

So sei etwa die Zahl der syrischen Asylsuchenden drastisch zurückgegangen. Auch aus Afghanistan und dem Irak gab es weniger Asylgesuche. Eritreische Staatsangehörige sind in diesem Jahr laut SEM bisher nur halb so viele über das Mittelmeer nach Süditalien gelangt. Rund ein Drittel davon hätten in Italien ein Asylgesuch gestellt. Das sei ein bedeutend höherer Anteil als im letzten Jahr.

Eritrea bleibt aber wichtigstes Herkunftsland der Asylsuchenden in der Schweiz. In den ersten neun Monaten des Jahres stammten 3782 der insgesamt gezählten 21'382 Gesuche von Eritreern. Zweitwichtigstes Herkunftsland ist mit 2890 Gesuchen Afghanistan. Dahinter folgen Syrien mit 1645 Gesuchen und Somalia mit 1363.

Angesichts der unsicheren Entwicklung in den Konfliktgebieten lasse sich nicht sagen, wie sich die Migration entwickle, schreibt das SEM weiter. Ein erneuter Anstieg der Asylgesuche sei deshalb nicht ausgeschlossen.

457 Menschen erhielten Asyl

Das SEM erledigte im September 2583 Asylgesuche in erster Instanz. Dabei wurden 691 Nichteintretensentscheide auf Grundlage des Dublin-Abkommens gefällt. 457 Menschen erhielten Asyl und 567 Menschen wurden vorläufig aufgenommen.

Im September hätten 757 Menschen die Schweiz kontrolliert verlassen. Die Schweiz habe bei 960 Menschen einen anderen Dublin-Staat zur Übernahme angefragt. 272 Menschen hätten in den zuständigen Dublin-Staat überführt werden können. Gleichzeitig sei die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um die Übernahme von 417 Flüchtlingen ersucht worden, 40 Menschen seien in die Schweiz überstellt worden.

Im dritten Quartal seien 215 anerkannte Flüchtlinge im Rahmen des Resettlement-Programms des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge in die Schweiz gekommen. Diese Gruppe umfasse 165 syrische Flüchtlinge aus dem Libanon sowie 35 Iraker und 15 Palästinenser, die in Syrien stark gefährdet gewesen seien. Ausserdem seien 78 Schutzsuchende im Rahmen des Relocation-Programms der EU aus Italien in der Schweiz eingetroffen.

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