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Linsen-Pflegemittel kostet 200 Prozent mehr

Manche Importprodukte kosten weniger als vor Jahresfrist, sagt die Stiftung für Konsumentenschutz. Sie führt aber auch stossende Beispiele an, darunter ein Duschgel, das doppelt so teuer ist wie im Ausland.

Fordert eine Verschärfung des Kartellrechts: Konsumentenschützerin Prisca Birrer-Heimo. (Archivbild)
Fordert eine Verschärfung des Kartellrechts: Konsumentenschützerin Prisca Birrer-Heimo. (Archivbild)
Keystone

Für Schuhe, Kleider, Zeitschriften oder Pflegeprodukte bezahlen Schweizer Kunden immer noch deutlich mehr als im benachbarten Ausland. Zu diesem Schluss kommt die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) nach einer Umfrage.

Im letzten August hatte ein runder Tisch mit Konsumenten- und Wirtschaftsvertretern nach Lösungen für die Frankenstärke gesucht. Im Fokus standen dabei überteuerte Importprodukte. Nach einem Jahr fällt die Bilanz durchzogen aus, wie eine Umfrage der SKS zeigt. Die Auswertung geschah auf der Grundlage von rund 100 Rückmeldungen, die Konsumenten eingesandt hatten. Darunter befanden sich Hinweise auf 120 überteuerte Produkte. Die Umfrage ist daher nicht repräsentativ.

Autos sind billiger geworden

In einigen Branchen sei es durchaus zu Preissenkungen gekommen. Währungsvorteile wurden teilweise weitergegeben – beispielsweise bei Neuwagen. Insbesondere bei Schuhen, Kleidern, Zeitschriften und Pflegeprodukten bezahlten Schweizerinnen und Schweizer aber häufig immer noch deutlich mehr als Konsumenten im benachbarten Ausland. Die SKS listet ein paar Beispiele auf, die ihr gemeldet wurden. So koste ein Linsen-Pflegemittel in derselben Optikerkette in der Schweiz 200 Prozent mehr als in Deutschland. Ein Duschgel der Marke Nivea sei bei einem Schweizer Grosshändler 124 Prozent teurer als bei einer Drogeriemarktkette in Deutschland.

Für SKS-Präsidentin Prisca Birrer-Heimo ist klar: Trotz höheren Kosten in der Schweiz liessen sich solche massiven Preisunterschiede bei importierten Produkten durch nichts rechtfertigen. Es sei deshalb von zentraler Bedeutung, dass das Kartellgesetz verschärft werde, so Birrer-Heimo.

Gefordert seien nun die Mitglieder der Wirtschaftskommission des Ständerats. Sie werden am 28. August über die Revision des Kartellgesetzes und die Motion «Kartellgesetzrevision gegen unzulässige Preisdifferenzierungen» beraten.

SDA/mw

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