Kesb werben um Vertrauen

Im vergangenen Jahr hatten mehr Kinder und Erwachsene mit den Kesb zu tun als im Vorjahr. Gemäss den Behörden entspricht der Anstieg der langjährigen Entwicklung.

Christoph Neuhaus (links) und Guido Marbet informierten über die Fallzahlen der Kesb.

Christoph Neuhaus (links) und Guido Marbet informierten über die Fallzahlen der Kesb.

(Bild: Keystone)

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) geniessen bei den beteiligten Instanzen Vertrauen, und ihre Abläufe sind eingespielt: Diese Bilanz zieht Guido Marbet, Präsident der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes), nach fünf Jahren Kesb. Bei den Betroffenen und in der Öffentlichkeit hingegen müssten die Behörden mehr Vertrauen gewinnen, fuhr Marbet am Dienstag vor den Medien fort. Die Bevölkerung solle wissen, dass sich die Kesb nur im Notfall in Privates einmischten.

Die gesetzlichen Grundlagen, auf denen die Kesb aufgebaut sind, hätten sich bewährt, so Marbet. Das sieht Nationalrat Pirmin Schwander (SVP, SZ) anders. Er gehört zu den Initianten eines geplanten Volksbegehrens, das den Angehörigen einer urteilsunfähigen Person eigenständiges Handeln zugestehen will. Obwohl seit langem angekündigt, hat die Unterschriftensammlung für die Initiative noch nicht begonnen. Der Text sei materiell bereinigt, es fehlten einzig formelle Details, so Schwander. Der Parlamentarier wägt allerdings noch ab, ob die Anliegen der Initiative auf dem parlamentarischen Weg vorangebracht werden könnten.

Kokes-Präsident Guido Marbet äusserte sich kritisch zum Inhalt der geplanten Initiative. Zwar sei der genaue Initiativtext noch nicht bekannt, hielt er fest. Räume man jedoch Angehörigen ein generelles Vertretungsrecht ein, blende man aus, dass es in Familien schwere Interessenskonflikte geben könne. In solchen Fällen sei eine betroffene Person auf eine unabhängige Beistandsperson angewiesen.

Eine erste Belastungsprobe auf der politischen Ebene haben die Kesb im Mai im Kanton Schwyz bestanden. Die Bevölkerung lehnte eine Initiative ab, welche die Kesb aus der Zuständigkeit des Kantons nehmen und in jene der Gemeinden zurückführen wollte.

Berner Zeitung

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