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Keine Mehrheit für Armee in Friedenseinsätzen

Der Swisscoy-Einsatz der Schweizer Armee in Kosovo ist beim Volk schwach abgestützt. Zumindest, wenn man der Umfrage der Friedensstiftung Swisspeace glaubt.

Der Swisscoy-Einsatz hätte laut der Umfrage von Swisspeace keine Mehrheit beim Volk: Verteidigungsminister beim Truppenbesuch im kosovarischen Malishevo. (29. Oktober 2010)
Der Swisscoy-Einsatz hätte laut der Umfrage von Swisspeace keine Mehrheit beim Volk: Verteidigungsminister beim Truppenbesuch im kosovarischen Malishevo. (29. Oktober 2010)
Keystone

Neun von zehn Schweizern finden es zwar wichtig, dass sich die Schweiz international für den Frieden engagiert, wie eine Umfrage der Friedensstiftung Swisspeace zeigt. Für eine Mehrheit der Befragten stehen aber zivile Formen der Friedensförderung im Vordergrund: Sogar rund 60 Prozent der Befragten befürworten eine rein zivile Friedensförderung, nur 2,6 Prozent eine rein militärische. Rund ein Drittel plädiert für eine Kombination der beiden Ansätze.

Das Engagement der Schweiz in Kosovo erfährt dadurch nicht gerade grosse Unterstützung. Im ehemaligen Kriegsland im Balkan beteiligt sich die Schweiz an zivilen wie militärischen (Swisscoy) Friedensförderungsmassnahmen.

«Das hatten wir nicht erwartet»

Überrascht davon, dass rund 60 Prozent der Befragten rein zivile Friedensförderung der Schweiz wünschten, zeigt sich auch Lukas Krienbühl. «Das hatten wir nicht erwartet, genauso wenig wie der tiefe Wert bezüglich einer reinen militärischen Friedensförderung», so der Swisspeace-Kommunikationschef zu Redaktion Tamedia.

Aussagen zu diesen Werten sind allerdings nur beschränkt möglich, weil es keine vergleichbaren Umfragen gibt. Explizite Befragungen zur Friedenförderung gab es in der Schweiz bisher nicht, wie Krienbühl sagt. Einzig die ETH Zürich hatte jeweils in ihrer wiederkehrenden Umfrage zur Sicherheit eine Frage dazu eingebaut.

Nein zu Atalanta

Der Swisscoy-Einsatz der Schweizer Armee in Kosovo geht auf einen Bundesratsentscheid vom 23. Juni 1999 zurück. Swisscoy ist Teil der Nato-Mission KFOR. 220 Schweizer Militärangehörige tun seit dem Oktober 1999 im Balkan freiwillig Dienst. Im Frühling 2011 wurde Swisscoy vom Parlament bis 2011 verlängert. Einen weiteren militärischen Einsatz zur Friedenssicherung hatte das Schweizer Parlament mit seinem Nein zur Atalanta-Mission in Somalia abgelehnt, wie Krienbühl erinnert.

Stark auf die militärische Friedensförderung habe sich zum Beispiel Irland konzentriert, sagt der Swisspeace-Chefsprecher. Der Inselstaat habe seine Armee auf 10'000 Mann verkleinert und beteilige sich an solchen Missionen. Ähnlich ausgerichtet seien die skandinavischen Länder. Rein zivile Friedensmissionen wären die klassische Vermittlung zwischen Konfliktparteien oder auch Wiederaufbauarbeiten nach Kriegen.

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