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Kehrsatz will an Ausgangssperre festhalten

Am Wochenende demonstrierten über hundert Personen gegen das Ausgehverbot für unter 16-Jährige in Kehrsatz (BE). Zurücknehmen will der Gemeinderat die Regelung deshalb nicht – er relativierte sie aber.

Für einmal im Fokus des Nachtlebens: Die Gemeinde Kehrsatz.
Für einmal im Fokus des Nachtlebens: Die Gemeinde Kehrsatz.
Caroline Marti
Gut 150 Personen versammelten sich am Freitagabend in Kehrsatz, um gegen die Ausgangssperre zu protestieren.
Gut 150 Personen versammelten sich am Freitagabend in Kehrsatz, um gegen die Ausgangssperre zu protestieren.
Caroline Marti
Vom Bahnhof via Solarium auf den Schulhausplatz: Stadtberner auf dem Weg durch Kehrsatz.
Vom Bahnhof via Solarium auf den Schulhausplatz: Stadtberner auf dem Weg durch Kehrsatz.
Caroline Marti
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Letzte Woche hielt sich die Gemeinde Kehrsatz zur Angelegenheit Ausgangssperre bedeckt. Heute Vormittag lud sie jedoch zur Medienkonferenz. Viel Neues kam dabei nicht heraus. Gemeindepräsidentin Katharina Annen (FDP) betont weiterhin, dass die neue Regelung nur Jugendliche betreffe, die sich nicht anständig aufführten. Betroffen sei also nur eine kleine Minderheit der Jungen in der Gemeinde. Die Exekutive sehe keinen Anlass, von der Regelung wieder abzuweichen.

Im übrigen sei der Gemeinderat erstaunt, dass ein Gemeindeversammlungsentscheid «mit solch medialer Präsenz bekämpft wird». Nun sei in der Sache alles gesagt, hielt Annen fest. Der Gemeinderat wolle sich wieder dem Tagesgeschäft widmen und werde deshalb keine weiteren Medienanfragen zum «Jugendschutz-Artikel» beantworten.

In Kehrsatz schauen schon seit zwei Jahren Sicherheitsleute in der Nacht zum Rechten. In dieser Zeit sei es gelungen, Probleme wie Vandalenakte, Nachtruhestörung und Littering grösstenteils in den Griff zu kriegen, betonte Annen.

Dank an Demonstranten

Über hundert Personen haben am Freitagabend gegen die Regelung protestiert. Gemeindepräsidentin Annen dankte am Montag der Juso Stadt Bern, welche die Aktion veranstaltet hat. Die Sicherheit sei gewährleistet gewesen und am Schluss wurde «alles tipptopp» aufgeräumt.

Der Gemeinderat werde nun das Gespräch mit den Schulleitungen und den Eltern suchen, um nochmals klarzumachen, was der Sinn des Reglements sei. Dabei wolle man auch ein offenes Ohr für die Anliegen der Jungen haben.

Demokratischer Entscheid

Das Ausgehverbot im 4000-Seelen-Dorf gilt seit Anfang Jahr und geht auf einen Entschluss der Gemeindeversammlung zurück. Die anwesenden Stimmberechtigten hatten im Dezember diskussionslos eine Änderung des örtlichen Sicherheitsreglements beschlossen. Sie reagierten damit auf etliche Fälle von nächtlichem Vandalismus und Lärm.

Jugendliche unter 16 Jahren dürfen sich nun ab 22 Uhr nicht mehr alleine im öffentlichen Raum aufhalten – es sei denn, sie befinden sich «auf direktem Heimweg» von einem Anlass oder werden von einer «berechtigten erwachsenen Aufsichtsperson» begleitet.

SDA/mer/wid

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