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Kann es so lange dauern, ein Luxusboot zu finden?

Zeugen wollen das Boot gesehen haben, mit dem am Sonntag ein junges Paar auf dem Bielersee überfahren wurde. Hat die Polizei es gar schon identifiziert, wie Gerüchte behaupten?

Vor der St. Petersinsel im Bielersee starb Angela A.
Vor der St. Petersinsel im Bielersee starb Angela A.
Keystone

Romi Gerber meint, das Boot gesehen zu haben, das die 24-jährige Angela A. letzten Sonntag auf dem Bielersee überfahren und getötet hat. Romi Gerber ist Motorboot-Fahrlehrerin auf dem Bielersee. Gegenüber Telebielingue sagte sie am Mittwoch, das Boot passe genau auf die Beschreibung der von der Kantonspolizei Bern gesuchten Motorjacht: bordeauxrot, aus Mahagoniholz, Marke Boesch oder ähnlich, etwa 6 Meter lang.

Auch der Kapitän, ein Herr um die 60 mit Stirnglatze, passe zum Fahndungsprofil, sagte Gerber. Er habe mit dem Boot nicht besonders gekonnt am Kleinboothafen Biel angelegt, wo sie in einem Restaurant sass. Mit ihren Kollegen habe sie noch gewitzelt, dass dieser mal wieder eine Fahrstunde bräuchte.

«Wir haben nichts»

Das war am Freitag letzter Woche. Zwei Tage später, am Sonntagabend 18 Uhr, hat genau ein solches Boot eine Liebe zerstört. Nun verdichten sich die Gerüchte, dass das Boot aufgetaucht sei. Gut informierte Quellen in Biel, mit denen der TA gesprochen hat, gehen davon aus, dass an den Gerüchten sehr wohl etwas dran ist. Die Kantonspolizei Bern aber dementiert. «Wir haben nichts», sagte gestern ein Sprecher.

Hat die Polizei allerdings einmal das Boot identifiziert, ist es nicht mehr schwierig, den Besitzer und möglichen Kapitän ausfindig zu machen. Damit ginge ein Drama zu Ende, das für den 26-jährigen Stefan F. eben erst begonnen hat.

Täter schweigt weiter

Er und seine Freundin Angela A. aus dem Kanton Aargau zelebrieren ihre Liebe, gehen übers Wochenende zelten in Lüscherz am Bielersee. Angela und ihr Freund pumpen Luft ins gelbe Gummiboot, wassern es und rudern Richtung St. Petersinsel. Dort verbringen sie den heissen Sommertag. Auf dem Rückweg kommt ein Motorboot immer näher, flitzt heran, genau auf sie zu. Schnell, sehr schnell.

Sie winken, rufen, schreien, springen ins Wasser. Das Boot rast über sie hinweg. Sie tauchen wieder auf. Er rettet sich ins Boot. Sie spürt ihre Beine nicht mehr, kann nicht mehr schwimmen. Er hält sie fest. Die Rega kommt, vergeblich. Angela verblutet. Die Schiffschraube hat ihr die Beine abgetrennt.

Duzende Hinweise

Vom Motorboot keine Spur. Der Kapitän fuhr mit seiner Motorjacht einfach weiter. Solch grosse Boote sind auf dem Bielersee nur selten anzutreffen. Bis zu 80 Stundenkilometer kann es fahren. Weg war es schnell. Im Boot haben sich laut Stefan F. noch zwei bis drei weitere Personen befunden.

Seit Montag sucht die Berner Kantonspolizei nach Zeugen. Hinweise wie jener von Romi Gerber sind zu Dutzenden eingegangen, und noch immer melden sich Personen, wie der Polizeisprecher gestern bestätigte. Seit Mittwoch arbeitet eine 25-köpfige Sonderkommission am Fall und geht jedem Hinweis nach. Zum Täter führten sie bisher nicht.

Opfer hofft auf Klarheit

Vom Unfall gibt es nur einen einzigen Augenzeugen: Stefan F. Schon am Dienstag, keine 36 Stunden nach dem Tod seiner Angela, las man im «Blick» über ihn. Noch diesen Sommer wollte er seine Verlobte heiraten. Nun will er, dass der Kapitän der Motorjacht so schnell wie möglich gefunden werde, und erzählte deshalb dem «Blick» im Detail, wie sich der Unfall zugetragen hatte. Das Boulevardblatt stellt sogar Personen, die zur Aufklärung des Falls beitragen, eine Belohnung von 20'000 Franken in Aussicht.

Wegen vorsätzlicher Tötung hat die Polizei inzwischen eine Voruntersuchung eröffnet – vorläufig noch gegen Unbekannt. Aber Experten, darunter Psychologen und Kriminalfahnder, sind sich sicher: Der Täter wird gefunden.

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