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Jedes Jahr wandern 200 Schweizer Ärzte aus

Eine Studie zeigt: Rund ein Viertel aller Mediziner geht nach der Ausbildung in der Schweiz ins Ausland. Der Bund sieht seine Forderung nach mehr Ausbildungsplätzen bestätigt.

Ein Viertel von ihnen geht für mindestens ein Jahr ins Ausland: Ärzte beim Rapport in einem Schweizer Spital. (Archivbild)
Ein Viertel von ihnen geht für mindestens ein Jahr ins Ausland: Ärzte beim Rapport in einem Schweizer Spital. (Archivbild)
Keystone

Fast ein Viertel der jährlich ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz wandert aus – 120 von ihnen bleiben mehrere Jahre im Ausland. Nach Ansicht des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) untermauert diese «beeindruckend hohe Zahl» die Forderung nach zusätzlichen Ausbildungsplätzen in der Humanmedizin.

Es ist das erste Mal, dass die Auswanderung von in der Schweiz ausgebildeten Medizinern untersucht wurde. Bislang stand der immense Zustrom von ausländischen Fachkräften in die Schweiz im Fokus. Alleine bis Ende September hat das BAG in diesem Jahr 1769 Arztdiplome aus dem EU/EFTA-Raum anerkannt.

FMH-Präsident nicht überrascht

Der Bundesrat habe in seinem letztjährigen Bericht zu Strategien gegen den Ärztemangel die 200 «Auswanderer» nicht berücksichtigt, schreibt das BAG heute Montag in seinem Bulletin. Der Bundesrat hatte empfohlen, die Zahl der jährlichen Abschlüsse in der Humanmedizin von heute rund 800 auf 1200 bis 1300 zu erhöhen.

Von den Zahlen wenig überrascht ist der FMH-Präsident Jacques de Haller. Es gehöre zum klassischen Lebenslauf, sich ein, zwei Jahre im Ausland weiterzubilden, sagte de Haller gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Es sei daher unvermeidbar, dass einige ausgewanderte Mediziner nicht mehr zurückkehrten. «Schweizer Ärzte können aber nicht gezwungen werden, indem ihnen die Eröffnung einer Praxis verwehrt wird». Dieses Risiko bestehe aber, falls der Ärztezulassungsstopp wieder eingeführt werde. Der Bundesrat will den Zulassungsstopp für drei Jahre wieder einführen.

Angelsächsische Länder, Deutschland und Frankreich

Für die explorative Studie hat das BAG Ärzte angeschrieben, welche die ausländische Anerkennung ihrer Diplome beantragten. Von den 222 angefragten Personen haben 140 geantwortet, womit die Stichprobe repräsentativ sei, wie es im Bulletin heisst.

Hochgerechnet ergibt dies rund 200 auswanderungswillige Ärztinnen und Ärzte pro Jahr, wobei 120 einen Auslandaufenthalt über mehrere Jahre ins Auge fassen. 80 Personen beabsichtigen, ein Jahr im Ausland zu bleiben. Als beliebteste Länder erweisen sich die USA, Grossbritannien, Australien und Kanada, sowie die Nachbarländer Deutschland und Frankreich.

(SDA)

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