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Jeder vierte Schweizer steckt mit dem Kopf noch in der Rauchwolke

Das Bundesamt für Gesundheit hat in Bern seine neue Anti-Raucher-Kampagne vorgestellt – sie kostet 9 Millionen Franken. Unter Politikern stösst diese auf gemischte Reaktionen.

Der Zigarettenrauch hat sich in den vergangenen Jahren im öffentlichen Raum etwas verflüchtigt. Doch für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist es mit dem Schutz vor dem Passivrauchen nicht getan. Mit einer neuen Präventionskampagne sollen Rauchende dazu motiviert werden, auf die Glimmstängel zu verzichten.

Sämtliche Plakate und Videos finden Sie hier.

Die neue Kampagne mit dem Slogan «Ich bin stärker» zielt vor allem auf jene Personen, die regelmässig rauchen, aber mit dem Gedanken spielen, damit aufzuhören. «Das sind mehr als die Hälfte aller regelmässig Rauchenden», sagte BAG-Direktor Pascal Strupler.

Im Jahr 2013 äusserten gemäss Suchtmonitoring Schweiz 57 Prozent der täglich Rauchenden den Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören. «Wir möchten in einer ersten Phase diese Leute motivieren, auf den Tabakkonsum zu verzichten», sagte Strupler.

Die auf drei Jahre angelegte Kampagne weist auf bestehende Unterstützungsangebote hin: die Rauchstopplinie 0848 000 181, Ärztinnen und Ärzte, Apotheken und beratende Fachstellen. «Aufhörwillige Raucherinnen und Raucher haben höhere Erfolgschancen, wenn sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen», sagte Strupler. Zwei von drei Personen, die erfolglos versucht hätten, mit dem Rauchen aufzuhören, hätten keine zusätzliche Hilfe geholt.

Tabakkonsum verschlingt Millionen

In den kommenden drei Jahre will der Bund auch das positive Image einer rauchfreien Gesellschaft stärken. Mit dem vor bald fünf Jahren in Kraft getretenen Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen wurde ein erster Schritt getan. Die Zahl von Passivrauchenden konnte von 35 Prozent im Jahr 2002 auf 6 Prozent im Jahr 2013 reduziert werden.

Auch der Anteil der Rauchenden hat im vergangenen Jahrzehnt abgenommen. Gemessen an der Gesamtbevölkerung raucht derzeit noch jede/r Vierte. Trotz dieses «grossartigen Ergebnisses» bleibe viel zu tun, sagte Strupler.

«Die 1,7 Millionen Menschen sind aus gesundheitspolitischer Sicht aber immer noch eine zu hohe Zahl», sagte er. Der Tabakkonsum sei immer noch die häufigste Ursache vorzeitiger Todesfälle in der Schweiz und verursache volkswirtschaftliche Kosten von fünf Milliarden Franken pro Jahr.

Altes Logo – neue Fernsehspots

Die bis 2017 dauernde «SmokeFree»-Kampagne kostet ihrerseits neun Millionen Franken. Sie wird aus dem Tabakpräventionsfonds finanziert und setzt auf das bereits bekannte Logo mit der geknickten Zigarette.

Dies garantiere einen «hohen Wiedererkennungswert», sagte Strupler. Die Evaluation der letzten Tabakstoppkampagne habe gezeigt, dass drei von vier Befragten mindestens eine Anzeige, einen TV-Spot oder ein Plakat schon einmal gesehen hätten.

«Keinen staatlichen Oberlehrer»

Wie gewohnt wird die Kampagne vonseiten Politik gemischt aufgenommen. SVP-Nationalrat Gregor Rutz findet die Kampagne übertrieben und hält sie für eine Geldverschwendung. Gegenüber «Blick» sagt er: «Wir brauchen keinen staatlichen Oberlehrer. Es ist die Freiheit jedes mündigen Bürgers, auch mal etwas Gefährliches zu machen oder etwas Ungesundes zu konsumieren.»

SP-Nationalrätin Silvia Schenker wiederum sieht die Kampagne positiv: «Bisher haben Rauchstopp-Kampagnen vor allem auf abschreckende Wirkung gesetzt. Dass diesmal auf Beratungsangebote verwiesen wird, finde ich einen interessanten Ansatz.»

SDA/kpn

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