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In elf Minuten von Neuenburg nach La Chaux-de-Fonds

2012 wurde das Schnellbahnprojekt TransRun vom Stimmvolk in Neuenburg abgelehnt. Eine Gruppe hat nun eine billigere und schnellere Alternative für eine Verbindung nach La Chaux-de-Fonds vorgestellt.

Mit TransRun light könnten rund 100 Millionen Franken eingespart werden: Abstimmungsplakate im Vorfeld der Entscheidung über TransRun.
Mit TransRun light könnten rund 100 Millionen Franken eingespart werden: Abstimmungsplakate im Vorfeld der Entscheidung über TransRun.
Keystone

Nach dem knappen Nein zum Schnellbahnprojekt TransRun im Kanton Neuenburg schlägt eine Arbeitsgruppe nun eine kostengünstigere, schnellere und technisch einfachere Variante vor. Die Variante einer TransRun light sei nicht vom Himmel gefallen, erklärten Vertreter der Studiengruppe Liaisons Express Neuchâteloises (LiEN). Sie hätten den gleichen Vorschlag bereits vor gut zehn Jahren gemacht. «Wir wurden als Spassvögel und Störenfriede betrachtet», sagte Jean-Pierre Ghelfi.

Die neue Express-Verbindung zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds würde gänzlich unterirdisch verlaufen. Die Fahrt zwischen dem unteren und dem oberen Kantonsteil würde sich dadurch von 29 auf 11 Minuten verkürzen und wäre damit nochmals vier Minuten schneller als bei TransRun.

Die Kosten für den Kanton würden sich nurmehr auf 278 Millionen Franken belaufen, etwa die Hälfte weniger als bei TransRun. Diese Vorlage war am 23. September 2012 vor allem aus Kostengründen mit einer knappen Mehrheit von 418 Stimmen abgelehnt worden (Tagesanzeiger.ch berichtete).

Ganze Strecke unterirdisch

Die Arbeitsgruppe LiEN ist überzeugt, dass die Kosten gegenüber TransRun substanziell reduziert werden können. Rund 109 Millionen Franken könnten eingespart werden, indem die ganze Strecke von 16,540 Kilometern unterirdisch verlaufen und dadurch nur einen Aushub und einen offenen Bahnhof in Cernier bedingen würde.

Wegfallen würden zudem rund 25 Millionen Franken für Landkäufe im Val-de-Ruz und für halboffenen Galerien und Kunstbauten.

Bei TransRun waren die Gesamtkosten auf 919 Millionen Franken veranschlagt worden. Davon hätte die SBB 240 Millionen und der Bund 111 Millionen Franken übernommen, während der Kanton Neuenburg für die restlichen 560 Millionen Franken hätte aufkommen müssen.

«SBB hat Fuder überladen»

Den Vorwurf, das Fuder sei überladen worden, richtet die Arbeitsgruppe vor allem an die SBB. Diese habe Investitionen miteingeplant, ohne dass der Regierungsrat protestiert habe.

Es gehe dabei um Investitionskosten von über 130 Millionen Franken, welche die SBB ohnehin hätte tätigen müssen: für die Erneuerung der Elektrizitätsversorgung zwischen Biel und La Chaux-de-Fonds, für Gleisarbeiten in Neuenburg und diverse Bahnhofsrenovationen.

Die Arbeitsgruppe LiEN ist überzeugt, dass eine redimensionierte und weniger luxuriöse Variante beim Neuenburger Stimmvolk Chancen hat. Es müsse aber schnell gehen, denn die Bundesgelder seien noch reserviert, und die Abstimmung müsse bis Frühling 2014 stattfinden.

Sollte sich der Kanton Neuenburg damit begnügen, die aktuelle Linie zu modernisieren, wäre es laut der Arbeitsgruppe für die nächsten 20 bis 40 Jahre nicht mehr möglich, die Frequenz der Pendlerzüge zu erhöhen und eine echte Neuenburger S-Bahn auf die Beine zu stellen.

SDA/kpn

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