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Ignazio Cassis: Solo mit Doppelpass

Ignazio Cassis ist nicht mehr schweizerisch-italienischer Doppelbürger. Der FDP-Kronfavorit für den Bundesrat verzichtet auf den Doppelpass. Sein Bundesratskonkurrent Pierre Maudet hingegen hält vorläufig noch daran fest.

Alles auf eine Karte: Ignazio Cassis wurde von der Tessiner FDP-Spitze als einziger Bundesratskandidat vorgeschlagen. So seien die Chancen für einen Tessiner Kandidaten am höchsten.
Alles auf eine Karte: Ignazio Cassis wurde von der Tessiner FDP-Spitze als einziger Bundesratskandidat vorgeschlagen. So seien die Chancen für einen Tessiner Kandidaten am höchsten.
Thomas Egli
Ich schwöre es: In der Sommersession 2007 wurde Ignazio Cassis als Nationalrat vereidigt.
Ich schwöre es: In der Sommersession 2007 wurde Ignazio Cassis als Nationalrat vereidigt.
Monika Flueckiger, Keystone
Achillesferse: Die vielen Mandate, besonders im Gesundheitsbereich sorgen immer wieder für scharfe Kritik am engagierten Arzt. Dies brachte ihm den Übernamen «Kranken-Cassis» ein.
Achillesferse: Die vielen Mandate, besonders im Gesundheitsbereich sorgen immer wieder für scharfe Kritik am engagierten Arzt. Dies brachte ihm den Übernamen «Kranken-Cassis» ein.
Peter Klaunzer, Keystone
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Der Spitzenkandidat geht auf Nummer sicher: Ignazio Cassis, Tessiner Nationalrat, FDP-Fraktionschef und aussichtsreichster Anwärter auf den Bundesrat, ist nicht mehr schweizerisch-italienischer Doppelbürger. «Als ich mich entschieden habe, mich für die Bundesratswahl zur Verfügung zu stellen, habe ich auf die italienische Staatsbürgerschaft verzichtet.»

Cassis hatte die italienischen Staatsbürgerschaft von seinem Vater geerbt. 1976, im Alter von 15 Jahren, habe er dann die Schweizer Staatsbürgerschaft bekommen, so Cassis. Die Abgabe seines italienischen Passes bereitete ihm offenbar keine Probleme: «Es war für mich persönlich stimmig so», teilte er dem «Tages-Anzeiger» mit.

Der umsichtige Cassis verhindert damit, allfälligen Gegnern seiner Bundesratskandidatur eine Angriffsfläche zu bieten. Pierre Maudet, sein Parteifreund und Mitbewerber für die Bundesratswahl, ist bereits mit dieser Debatte konfrontiert. Weil der Genfer Staatsrat schweizerisch-französischer Doppelbürger ist, zweifeln Politiker – vorab aus der SVP, aber auch in den eigenen Reihen – an Maudets politischer Loyalität. Sie fordern ihn damit indirekt auf, seinen französischen Pass abzugeben, wenn er ins höchste Amt strebe.

Maudet selbst lässt sich davon bislang nicht gross beeindrucken. Er kündigt an, die Frage im Bundesrat zur Diskussion zu stellen, sollte er gewählt werden. «Wenn der Gesamtbundesrat zum Schluss kommt, es sei besser, bin ich bereit, meinen französischen Pass abzugeben.»

Eine doppelte Staatsbürgerschaft zu haben, ist für Bundes­räte indes nicht verboten. Un­tersagt ist den amtierenden ­Regierungsmitgliedern bloss, aus­ländische Titel oder Orden anzunehmen. Zudem dürfen sie gemäss Gesetz für ausländische Staaten keinerlei amtliche Funktionen ausüben.

Ende 2016 hatte der Bundesrat auch das Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft für Schweizer Diplomaten aufgehoben, weil diese einschränkende Bestimmung «überholt» sei.

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