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«Ich musste über die Hälfte des Personals erneuern»

Der Automobil Club Schweiz (ACS) hat turbulente Zeiten hinter sich. Unter dem neuen Chef Thomas Hurter soll der Verband wieder auf seinen Kern fokussieren: Autos.

Kein Freund von Roadpricing: Thomas Hurter nach der ACS-Delegiertenversammlung in Langenthal BE. (16. September 2016)
Kein Freund von Roadpricing: Thomas Hurter nach der ACS-Delegiertenversammlung in Langenthal BE. (16. September 2016)
Marcel Bieri, Keystone

Seit seinem Amtsantritt als Präsident des zerstrittenen Automobil-Clubs Schweiz (ACS) vor rund 100 Tagen hat Thomas Hurter die Geschäftsstelle total umgekrempelt. «Ich habe die Geschäftsstelle total umgekrempelt und musste über die Hälfte des Personals erneuern», sagt er in der «Schweiz am Sonntag». «Ich installierte ein junges, dynamisches Team.» Nun will Hurter den Verband wieder auf sein Kernziel ausrichten.

«Sehr viel» habe er tun müssen, um die zerstrittenen Lager zu einen, sagt SVP-Nationalrat Hurter weiter. Und es gebe nach wie vor ungelöste «Streitigkeiten zwischen den alten Verbandsorganen und den intermediären Verbandsorganen.» Er hoffe, diese in ein bis zwei Monaten lösen zu können.

Imageschaden «nicht so gross»

Trotz dem medial ausgetragenen Zwist um die Verbandsführung vom vergangenen Sommer beurteilt Hurter den Imageschaden aus der Episode als «nicht so gross». Im Gegenteil: In den letzten zwei Jahren habe man wenig vom Automobilclub gehört. Das habe sich plötzlich geändert: «Man nahm plötzlich wieder wahr, dass es den Automobilclub überhaupt gibt, der sich konsequent für die Automobilisten einsetzt.»

Auf diese Mission will der Schaffhauser den Verband trimmen, wie er sagt. Der ACS solle auf seinen Kern fokussieren: die Autos. «In den politischen Diskussionen soll man wieder wissen, dass beim ACS angesiedelt ist, was mit Strasse und Automobilisten zu tun hat», sagte er.

Kein Roadpricing

Als Beispiel nannte Hurter die vehemente Ablehnung des «Roadpricing», also der Erhebung von Gebühren für die Benutzung von Strassen in Innenstädten. «Damit zahlt nur der Autofahrer.» Der ÖV, der auch die Strasse nutze, würde dagegen nichts bezahlen. Wenn schon, müsste man aus seiner Sicht über ein Mobilitypricing reden, bei dem auch Bahn und weitere Verkehrsträger bezahlen.

Hurter war im September 2016 an die Spitze des 1898 gegründeten Vereins gewählt worden. In den Monaten zuvor war ein interner Konflikt eskaliert: Zeitweise repräsentierten zwei Präsidenten den Verband – Mathias Ammann und Christian Wasserfallen – und Gerichte beschäftigten sich mit Klagen und Gegenklagen. Hurter stellte sich als eine Art Kompromisskandidat zur Wahl.

(SDA)

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