Zum Hauptinhalt springen

Die Hürden für den Wohnbau in Städten sind zu hoch

Wenn der Boden schon knapp ist, sollte er wenigstens optimal genutzt werden.

MeinungAdrian Zurbriggen
Wenn der Boden schon knapp ist, sollte er wenigstens optimal genutzt werden: Baustelle der Stiftung Gemeinnütziger Wohnungsbau Letzigraben. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)
Wenn der Boden schon knapp ist, sollte er wenigstens optimal genutzt werden: Baustelle der Stiftung Gemeinnütziger Wohnungsbau Letzigraben. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» stiess, wenig überraschend, in den Städten auf Zustimmung, in ländlichen Gebieten aber wurde sie weitgehend abgelehnt. Darin manifestiert sich das Offensichtliche: Es gibt keine schweizweite Wohnungsnot; es ist nur punktuell schwierig, eine bezahlbare Wohnung zu finden – an den beliebten Lagen in den Städten.

Dementsprechend haben praktisch alle Städte längst Massnahmen zur Förderung des gemeinnützigen Wohnens beschlossen. Mit der Folge, dass es eine Zweiklassengesellschaft unter den Mietern gibt: hier jene, die das Glück oder das Vitamin B haben, in einer Genossenschaft mit Kostenmiete Unterschlupf zu finden; dort die anderen, die auf dem ausgetrockneten privaten Markt mit stark steigenden Marktmieten konfrontiert sind. Ein Leser, der die Initiative befürwortete, schlussfolgertein unseren Kommentarspalten: Dann müsse man halt sämtliche Wohnungen dem freien Markt entziehen.

Gemeinnütziger Wohnraum verstärkt die Sogwirkung, weil die breite Bevölkerung profitiert.

Wohl würde nicht einmal das helfen. Denn Boden ist endlich und mancherorts äusserst knapp. Die hohe Lebensqualität in den Städten und die Attraktivität gewisser Stadtteile ziehen sehr viele Menschen an – mutmasslich mehr, als dort je Platz finden können. Gemeinnütziger Wohnraum verstärkt die Sogwirkung gar, weil nicht nur Bedürftige profitieren, sondern die breite Bevölkerung. Doch wer es sich leisten kann, sollte eigentlich bereit sein, für die hohe Lebensqualität etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

All das bedeutet nicht, dass die Politik vor der Wohnungsknappheit in den Städten kapitulieren muss. Wenn der Boden schon knapp ist, sollte er wenigstens optimal genutzt werden. Doch gerade in den Städten existieren viele Hürden für den Wohnbau: starre Zonenplanungen, Lärmschutzvorschriften, Denkmalschutzauflagen, Regeln zu Schattenwurf und Mindestabständen, komplizierte Baubewilligungsverfahren. Dies zu ändern, sollte das gemeinsame Interesse aller Player in der Wohnbaupolitik sein.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch