Zum Hauptinhalt springen

Hilfe im Unendlichkeitsbecken

Damit es den wohlhabenden Gästen gut geht, tun die Touristiker so einiges.

Wie soll man denn hier die Aussicht geniessen, wenn ein Hobbyinfluencer stundenlang versucht, seine Freundin abzulichten? Der Infinity Pool auf dem Bürgenstock. Foto: PD
Wie soll man denn hier die Aussicht geniessen, wenn ein Hobbyinfluencer stundenlang versucht, seine Freundin abzulichten? Der Infinity Pool auf dem Bürgenstock. Foto: PD

Diese Touristen. Sie fahren für teures Geld mit dem SUV in die Berge und nehmen den Helikopter auf den ­Gipfel. So geschehen im Wallis, dort bietet seit kurzem Air Zermatt zusammen mit Autovermieter Hertz den «schnellsten Skilift der Welt» an.

Diese Touristen. Man muss ihnen das Handy wegnehmen, weil sie im ­Infinity Pool zu viele Fotos schiessen. So passiert im Bürgenstock Resorts, dort gibt es ein besonders schönes Unendlichkeitsbecken und besonders hartnäckige Fotografen.

Darum hat das Hotel die «Flash & Splash Hours» eingeführt. Von 7 bis 12 Uhr und zwischen 17 und 19 Uhr darf das Handy ins Wasser, vorher und nachher nicht. Gilt übrigens auch für Kinder. Diese Blitz- und Spritzerstunden werden nun in den kommenden Wochen an den Gästen geprüft. Menschen übrigens, die sich einen Tag im Alpine Spa 300 Franken kosten lassen.

Mit etwas Wohlwollen kann man das Verbot als Erziehungsmassnahme und Kampf gegen die Selfiesucht interpretieren. Nun ja, viel wahrscheinlicher ist, dass auf dem Bürgenstock die Exklusivität der guten, weil wohlhabenden Gäste gewahrt werden soll. Was gibt es Lästigeres, als wenn man sich von 20-Stunden-Tagen erholen will und ein Hobbyinfluencer seit Stunden versucht, seine Freundin abzulichten? Notabene wohl ein Pärchen, für das Infinity Pools tatsächlich noch etwas Besonderes sind.

In ähnlichem Muster fuhrwerkt auch der «schnellste Skilift der Welt». Er hilft dem Kunden, die Mühsal des Skifahrers zu umgehen, das Gondelquetschen mit dem gemeinen Volk. Dass dabei die Exklusivität mit mässig ausgeprägter Nachhaltigkeit bezahlt wird: geschenkt.

Ökonomisch nachhaltiger agiert darum das Bürgenstock Resort mit seinen fotografischen Ausnahme­stunden. Wahre Influencer sollen weiterhin herkommen, in ihrem Zeitslot das Handy zücken und dieses Wasser­becken viral um die Welt schicken.

#infinitypool #inlovewithlife

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch