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Heilsarmee produziert Bettelbriefe in Billiglohnland

Um die Kosten für ihren Weihnachtsbettelbrief zu halbieren, setzt die Heilsarmee auf tschechische Arbeitskräfte. Das passt nicht allen.

Viel Lärm um die Heilsarmee: Nicht alle Aktionen sind so unumstritten wie der traditionelle Umzug durch die Zürcher Innenstadt.
Viel Lärm um die Heilsarmee: Nicht alle Aktionen sind so unumstritten wie der traditionelle Umzug durch die Zürcher Innenstadt.
Keystone

Die Heilsarmee lässt für das diesjährige Weihnachtsmailing erstmals rund 800'000 Bettelbriefe von der Schweizerischen Post produzieren. Die wiederum lässt das arbeitsintensive Einstecken eines Suppenbeutels im tschechischen Pilsen durch ihre Tochterfirma GHP durchführen, wie die «SonntagsZeitung» in ihrer Ausgabe schreibt.

Dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse stösst das sauer auf. «Uns wurde bei der Post bestätigt, dass man mit GHP nicht im Schweizer Markt aktiv werde», sagt Economiesuisse-Geschäftsleitungsmitglied Dominique Reber. Er rechnet damit, dass dies ein Nachspiel haben wird. «Wir gehen davon aus, dass dies ein politischer Skandal wird.»

Weniger als zwei Euro Stundenlohn

In Tschechien beträgt der gesetzliche Mindestlohn 311 Euro, oder weniger als zwei Euro pro Stunde. Die Heilsarmee spart dadurch 50 Prozent ein. «Möglicherweise stösst unser Entscheid nicht überall auf volles Verständnis», sagt Heilsarmeechef Kurt Burger. Weil die Heilsarmee aber auch in Deutschland und Tschechien aktiv sei, könne er den Auftrag verantworten.

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