Grünes Licht für Sawiris' gigantische Skiarena

Zwischen Andermatt und Sedrun ist der Bau einer modernen Skiinfrastruktur geplant. Die Behörden haben die notwendigen gesetzlichen Anpassungen genehmigt. Der WWF droht mit einer Beschwerde.

  • loading indicator

Die nun genehmigte und behördenverbindliche Richtplananpassung umfasst das Gebiet zwischen Hospenthal UR und Sedrun GR und steht in Zusammenhang mit dem Tourismusresort des ägyptischen Investors Samih Sawiris in Andermatt. Geplant sind unter anderem 17 Liftanlagen und Gondelbahnen, insgesamt rund 100 Kilometer Skipisten samt Beschneiungsanlagen und Infrastruktur - grösstenteils auf Urner Boden. Die Gesamtinvestitionen werden auf 200 Millionen Franken geschätzt.

Der Richtplan wurde im Mai öffentlich aufgelegt. Dabei wurden 77 Eingaben gemacht. Dank dem Verfahren habe man entscheidende Optimierungen vornehmen können und den wesentlichen Anliegen der Umweltverbände entsprochen, sagte die Urner Justizdirektorin Heidi Z'graggen am Donnerstag an einer Medienkonferenz.

Gewichtige Einwände berücksichtigt

Benno Bühlmann, Projektkoordinator des Kantons Uri, schätzt, dass rund 80 bis 90 Prozent der gewichtigen Einwände gegen das Projekt berücksichtigt worden seien. So wurde die Liftanlage Felsental - ein Hauptpunkt der Kritik - gestrichen. Ebenso wurde ein vorgesehenes Restaurant am Lutersee nicht bewilligt.

Nach Ansicht der Urner Regierung ist das Grossprojekt nachhaltig, umwelt- und landschaftsverträglich und wirtschaftlich vertretbar. Auch verfüge es über die erforderliche gesellschaftliche Akzeptanz. Es stimme überein mit dem Raumkonzept Schweiz. Aufwertung und Modernisierung der touristischen Infrastruktur der Region Gotthard seien für die Entwicklung des Urserntals notwendig, hält die Regierung fest. Dies um die Destination für den Tages- und den Residenztourismus konkurrenzfähig zu halten. Der Ausbau führe zu einer international wettbewerbsfähigen Destination.

Für den Ausbau der Skiinfrastruktur haben die Andermatt Gotthard Sportbahnen AG (AGS) und die Andermatt Swiss Alps AG (ASA) bzw. die Andermatt Surselva Sport AG (ASS) einen Masterplan erarbeitet. Die Sedrun Bergbahnen AG (SB AG) ist in den Planungsprozess integriert.

Kritik der Umweltverbände

Bereits gestern haben WWF, Pro Natura und Mountain Wilderness Vorbehalte zur Richtplananpassung angemeldet und mit Beschwerden gedroht. Nach ihrer Ansicht fehlten bei der Auflage Unterlagen wie Masterplan, Nachhaltigkeitsbericht, Umweltverträglichkeitsbericht und die wirtschaftliche Beurteilung des Vorhabens.

Regierungsrätin Heidi Z'graggen weist diese Kritik zurück und betont, dass mehrere Umweltverbände (u.a. VCS und Stiftung Landschaftsschutz) mit dem Ergebnis zufrieden seien. Das Schreiben von WWF, Pro Natura und Mountain Wilderness sei in Unkenntnis des Ergebnisses des Verfahrens verfasst worden.

Die geforderten Berichte seien im Verfahren in den Grundzügen vorgelegen. Uri habe Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit geprüft. Die Auflage der von diesen Verbänden geforderten Berichte sei aber gemäss schweizerischem Raumplanungsrecht gar nicht notwendig. Wenn es mit den erforderlichen Konzessions- und Planungsgenehmigungen klappt, kann in einem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die ersten Seilbahnanlagen im Gebiet Andermatt- Nätschen-Gütsch-Oberalp könnten dann bereits im Dezember 2013 in Betrieb genommen werden.

jak/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt