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Griechen-Hilfe: Schweiz wird Hunderte Millionen überweisen

30 Milliarden vom 110 Milliarden Euro schweren Hilfspaket kommt vom IWF. Die Schweiz als Mitglied wird 690 Millionen Franken zahlen. Oder noch mehr, weil arme Staaten nicht zahlen können.

Auch er muss ein Interesse daran haben, dass Griechenland nicht pleitegeht: Finanzminister Hans-Rudolf Merz.
Auch er muss ein Interesse daran haben, dass Griechenland nicht pleitegeht: Finanzminister Hans-Rudolf Merz.
Keystone

Der Pool für Finanzhilfen wird von den Mitgliederländern nach ihren Anteilen am IWF gespiesen. Der Schweizer Anteil am IWF beläuft sich auf 1,6 Prozent. Daraus lässt sich der theoretische Schweizer Anteil von 480 Millionen Euro (690 Millionen Franken) an der IWF-Hilfe für Griechenland errechnen. Das Geld würde aus Devisenreserven der Nationalbank stammen, welche in einem Pool beim Internationalen Währungsfonds (IWF) liegen.

Diese Zahl ist indessen rein theoretisch und mit Vorsicht zu geniessen. Nicht berücksichtigt ist etwa, dass es im IWF nicht nur Nettozahler sondern auch -empfänger gibt. Staaten mit stabilerer Finanzlage dürften damit stärker zum «Handkuss» kommen als hochverschuldete.

Und so gehts

Die Kredite des IWF werden vom Exekutivrat gesprochen. Die Auszahlung erfolgt im Rahmen der normalen Geschäfte. Regierungs- oder Parlamentsentscheide sind nicht nötig, solange die Mitgliedsstaaten nicht die Garantiesumme erhöhen müssen.

Die Kredite werden zu einem Zins an die Empfängerländer verliehen, der die Verwaltungskosten des IWF deckt. Der Währungsfonds selbst verzinst die Einlagen zu Marktkonditionen.

Haltung noch nicht definiert

Im 24-köpfigen Exekutivrat verfügt die Schweiz mit ihrer Stimmrechtsgruppe über einen Sitz. Zur Stimmrechtsgruppe gehören neben der Schweiz Serbien, Polen, Aserbaidschan, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Die Gruppe verfügt über 2,8 Prozent der Stimmrechte.

Nach Angaben aus dem Eidgenössischen Finanzdepartement ist die Schweizer Haltung zum Hilfspaket für Griechenland noch nicht definiert. Die Entscheidungsgrundlagen seien noch nicht vorhanden.

Thema im Bundesrat

Departementssprecher Roland Meier erklärte am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, der Bundesrat werde sich mit der Schuldenkrise Griechenlands befassen. Ob wegen der Griechenlandhilfe mehr Mittel für den IWF bereit gestellt werden müssen, werde sich weisen.

(SDA)

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