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GLP und BDP im Abwärtstrend

Sieben Monate vor den Wahlen verlieren Grünliberale und BDP Wähleranteile. Laut dem SRG-Wahlbarometer drohen auch den Grünen Verluste.

Rund sieben Monate vor den eidgenössischen Wahlen setzen die Wahlberechtigten auf Stabilität. Wäre am 13. März gewählt worden, hätten 26,2 Prozent die SVP gewählt und 19,6 Prozent die SP. Die Anteile der Parteien verteilen sich in etwa gleich wie 2011. Das zeigt das am Dienstag veröffentlichte neuste Wahlbarometer, das das Forschungsinstitut GFS Bern im Auftrag der SRG SSR erstellt hat.

Auf und Ab bei BDP und GLP

Gegenüber den früheren Wahlbarometern hat der Wähleranteil von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpfs BDP am deutlichsten eingebüsst. Nach einem Hoch von 7,5 Prozent im Herbst 2013 erreicht die BDP noch 4,6 Prozent. 2011 wählten 5,4 Prozent die BDP. Die zweite junge Schweizer Partei, die GLP, hat ein ähnliches Auf und Ab hinter sich: Sie hatte ihr Hoch von 7,3 Prozent im September 2014. In der neusten Befragung ging ihr Wähleranteil dann auf 5,6 Prozent zurück. 2011 erreichte sie 5,4 Prozent. Gegenüber den Wahlen 2011 haben bei der jüngsten Umfrage auch die Grünen verloren: Ihr Wähleranteil sank von 8,4 auf 7,5 Prozent.

Den grössten Wähleranteil hält mit 26,2 Prozent nach wie vor die SVP (Wahlen 2011: 26,6). Dahinter folgt mit 19,6 (2011: 18,7) Prozent Wähleranteil die SP. Aufwärts zeigt nach einem Tief im Herbst 2013 die Kurve der FDP: Wäre am 13. März gewählt worden, hätte sie 16,3 (2011: 15,1) Prozent der Stimmen erhalten. Sie positioniert sich damit vor der CVP, die auf 11,8 (2011: 12,3) Prozent Wähleranteil gekommen wäre.

Möglicher Stimmungswandel

Die FDP sei für Wechselwähler wieder attraktiv geworden, schrieben die Autoren des Wahlbarometers. Sie attestieren den Freisinnig-Liberalen, ihre Probleme mit der Mobilisierung weitgehend neutralisiert zu haben. Ebenfalls von Wechselwählern profitieren die SP.

Damit deutet der jüngste Wahlbarometer darauf hin, dass es zu einem Stimmungswandel gekommen sein könnte: Im Herbst 2013 hatte die Umfrage noch ergeben, dass BDP und GLP auf Kosten der bürgerlichen Traditionsparteien zulegen könnten.

Die von der SVP bearbeiteten Themen Migration und Europa haben für die Befragten die weitaus grösste Bedeutung. Laut GFS Bern habe sich das Problem der SVP, neue Wähler zu mobilisieren, zwischenzeitlich reduziert, bei der BDP dagegen verschärft.

Migration und EU wichtigste Themen

Neben Einwanderung und Europa ist auch die Umwelt ein wichtiges Thema für die Wähler. Hier werden die Grünen als weitaus kompetenter angesehen als die GLP. Von Bedeutung sind ausserdem die Themen Arbeitslosigkeit, Gesundheit und soziale Sicherheit. Erst dahinter kommen die Themen Energie und Familie. Viele Wählende trauen der SVP offenbar zu, Lösungen auf Probleme im Themenkreis Einwanderung zu finden, in den Bereichen Europa, EU, Eurokrise und bilaterale Verträge werden sie als weniger kompetent angesehen. Bei diesem Themenkreis trauen die Befragten der SP mehr zu als der SVP.

Fast jede dritte befragte Person beantwortete die Frage, welche Partei am meisten zu Lösungen beim Thema EU beitragen könne, nicht, oder sprach keiner Partei besondere Kompetenzen zu. Beim Thema Arbeitslosigkeit werden von der SVP und der SP in gleichem Mass Beiträge zu Lösungen erwartet.

Darbellay als glaubwürdigster Präsident

Die Aufhebung des Mindestkurses von Fr. 1.20 pro Euro wird mehrheitlich unterstützt. Insgesamt hielten 56 Prozent der Befragten den Verzicht auf den Mindestkurs für richtig. 27 Prozent beantworteten diese Frage nicht. Mehr als die Hälfte der Befragten fand, der Verzicht auf den Mindestkurs schade der Exportwirtschaft.

Zu äussern hatten sich die Befragten auch zu den Parteipräsidenten. Am glaubwürdigsten war für sie wie schon in der Umfrage vom vergangenen Herbst CVP-Präsident Christophe Darbellay. Dahinter folgt ebenfalls wie bisher SP-Präsident Christian Levrat, danach FDP-Präsident Philipp Müller und SVP-Präsident Toni Brunner. Brunner holte im Vergleich zum Herbst 2014 deutlich auf und verkleinerte den Abstand zu Müller. Als am wenigsten glaubwürdig beurteilt wurden Adèle Thorens und Regula Rytz, die Co-Präsidentinnen der Grünen. Das liege daran, dass die beiden Frauen zu wenig bekannt seien, schrieb GFS Bern dazu.

Die Befragung von 2017 Stimmberechtigten ist keine Prognose für den 18. Oktober 2015, sondern misst die aktuellen Parteistärken. Der Stichprobenfehler liegt bei plus/minus 2,2 Prozent.

SDA/fxs

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