Giezendanner rüstet Chauffeure gegen Terror

Das LKW-Attentat in Berlin veranlasst SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner zum Handeln: Er gibt seinen Fahrern Pfefferspray in die Kabine.

«Unsere Branche kann solche Anschläge nicht verhindern»: SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner, hier während einer Debatte im Parlament.

«Unsere Branche kann solche Anschläge nicht verhindern»: SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner, hier während einer Debatte im Parlament.

Der Attentäter von Berlin hat seine Tatwaffe, einen LKW, mitsamt dem polnischen Fahrer entwendet und auf seiner Terrorfahrt durch den Weihnachtsmarkt zwölf Menschen getötet. Der Anschlag beschäftigt auch den Schweizer Fuhrhalter und SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner.

Man mache sich nach so einer Tat Gedanken, welche Sicherheitsmassnahmen man ergreifen könne, sagt er zur «NZZ am Sonntag». Giezendanner besprach sich mit seinen Söhnen, die das Transportunternehmen heute leiten: «Unsere Branche kann solche Anschläge nicht verhindern», sagt er im Bericht. Man könne höchstens Massnahmen ergreifen, «die es einem Terroristen erschweren, die Kontrolle über einen Lastwagen zu erhalten.»

Technische Massnahmen prüfen

Deshalb sollen sich Giezendanners Chauffeure verteidigen können: «Wir werden ihnen Pfefferspray-Pistolen mitgeben», sagt der Politiker. Es sei ihm klar, dass dies einen zu allem entschlossenen Täter nicht stoppen könne. Zudem werden Fahrer, die im LKW übernachten, angewiesen, niemandem die Türe zu öffnen und von allen einen Ausweis zu verlangen.

Auch technische Massnahmen an den Fahrzeugen seien geeignet, das Entwenden eines LKW zu erschweren, so Giezendanner. Dem stimmt der Nutzfahrzeugverband Astag zu: Man sei gerne bereit, mit den Behörden über technische Änderungen zu sprechen. Diese müssten aber verhältnismässig sein.

Automatisches Bremssystem

In Berlin hat das automatische Bremssystem, das nach einem Aufprall ausgelöst wird, den LKW nach rund 70 Metern gestoppt. Aber da hatte das tonnenschwere Fahrzeug bereits Dutzende verletzt und zwölf Menschen getötet. Dennoch sind die Behörden überzeugt, dass dadurch eine noch grössere Katastrophe abgewendet wurde.

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