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Gewerkschaften kämpfen für die AHV

Der Tag der Arbeit steht dieses Jahr im Zeichen der Alters- und Hinterlassenenversicherung. Die Gewerkschaften stellen den 1. Mai unter das Motto «Gemeinsam kämpfen – für eine starke AHV».

Kundgebungsteilnehmer tragen am 1. Mai-Umzug in Zürich Transparente und Fahnen. (1. Mai 2016)
Kundgebungsteilnehmer tragen am 1. Mai-Umzug in Zürich Transparente und Fahnen. (1. Mai 2016)
Ennio Leanza, Keystone

Die bürgerliche Mehrheit im Parlament bereitet den Gewerkschaften Bauchschmerzen. Die SVP und die Arbeitgeber wollten die Renten senken, das Rentenalter auf 67 Jahre erhöhen, das Arbeitsgesetz aushebeln und für einen Grossteil der Arbeitnehmenden jegliche Beschränkung der Arbeitszeiten abschaffen, sagte Vania Alleva, Präsidentin der Gewerkschaft Unia, in ihrer Rede in Chur. «Das muss uns in der Tat wütend machen.»

Hoffnung, bei wichtigen Abstimmungen das Volk auf ihre Seite ziehen zu können, schöpfen die Gewerkschafter aus dem Nein zur Durchsetzungsinitiative. Dieser Erfolg könne zuversichtlich machen für die Auseinandersetzungen der nächsten Zeit: «Wir können dagegen halten», sagte Dore Heim, geschäftsführende Sekretärin des Gewerkschaftsdachverbandes Schweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB) in Basel.

Werbung für AHVplus-Initiative

Als besonders wichtigen Kampf machten die Festtagsredner den Kampf für eine starke AHV aus. «Die AHV ist das Herz des Sozialstaats Schweiz», sagte SGB-Präsident Paul Rechsteiner in Thun BE, Interlaken BE, Bülach ZH und Zug. Der Kampf für gute Renten, der Kampf für eine starke AHV sei der wichtigste Kampf der kommenden Monate.

Die Redner rührten die Werbetrommel für die Initiative AHVplus, die eine Verbesserung der AHV-Altersrenten um 10 Prozent verlangt. Der Verfassungsauftrag, dass wer ein Leben lang gearbeitet habe, von seiner AHV-Rente und Pensionskassenrente im Alter anständig leben können solle, sei immer mehr gefährdet, warnte Doris Bianchi, stellvertretende Sekretariatsleiterin des SGB, in Biel BE und Rheinfelden AG. Nur noch die Grossverdiener könnten sorglos ins Alter blicken.

Notwendig und bezahlbar

Laut Bianchi ist es keine Lösung, mehr Geld in die Pensionskassen einzuzahlen. In einer Zeit der Negativzinsen sei dies nicht effizient. Weil aber für die Finanzindustrie die 2. und 3. Säule eine Goldgrube blieben, redeten diese die AHV schlecht. Die Erhöhung der AHV-Renten um 10 Prozent sei notwendig und bezahlbar.

Die Jungfreisinnigen Schweiz warfen den Gewerkschaften vor, die Feierlichkeiten zum 1. Mai dazu zu missbrauchen, die AHVplus Initiative zu vermarkten. Diese sei ein Frontalangriff auf die junge Generation und eine Schwächung des 3-Säulen-Systems, schreiben die Jungfreisinnigen in einer Mitteilung.

Sommaruga besucht Winterthurer Frauenklinik

SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat zum Tag der Arbeit Mitarbeitende besucht, die besonders häufig unregelmässige Arbeitszeiten haben oder Teilzeit arbeiten: Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und Hebammen. Sie besuchte die Frauenklinik des Kantonsspitals Winterthur (KSW).

Bei kurzen Gesprächen mit Mitarbeitenden informierte sich Sommaruga über die Arbeitsbedingungen der KSW-Angestellten, unter anderem was Wochenendarbeit und Pikettdienste betrifft. Dabei zeigte sich, dass viele Befragte unregelmässige Arbeitszeiten durchaus schätzen.

«Vereinbarkeit ist möglich»

Angesprochen wurde in den Gesprächen auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im KSW arbeiten viele Mitarbeitende Teilzeit, auch in leitenden Funktionen. «So etwas muss selbstverständlich sein», sagte Sommaruga. Es brauche Arbeitgeber, die Teilzeitmodelle förderten, aber natürlich auch Mitarbeitende, welche dies einfordern.

Es sei wichtig, dass sich in der Schweiz die Ansicht durchsetze, dass Kinder und Beruf durchaus vereinbar seien. «Man muss sich nicht entscheiden, ob man arbeiten möchte oder Kinder haben will. Vereinbarkeit ist möglich», sagte sie.

(SDA)

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