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Geschäftsmann will im Tessin Burka-Busse übernehmen

Der Franzose Rachid Nekkaz bezahlt bisher die Bussen von verschleierten Frauen in Frankreich und Belgien. Nun verspricht er auch den Tessiner Burka-Trägerinnen Unterstützung.

Im Tessin drohen 1000 Franken Busse, warnt die saudische Botschaft: Eine Familie mit verhüllter Frau beobachtet einen Umzug in Genf. (1. August 2015)
Im Tessin drohen 1000 Franken Busse, warnt die saudische Botschaft: Eine Familie mit verhüllter Frau beobachtet einen Umzug in Genf. (1. August 2015)
Martial Trezzini, Keystone
Das Burka-Verbot ist in Belgien bereits in Kraft und sorgt noch immer für Aufregung: Zwei muslimische Burka-Trägerinnen zeigen ihre Bussen vor dem Stadthaus in Brüssel.
Das Burka-Verbot ist in Belgien bereits in Kraft und sorgt noch immer für Aufregung: Zwei muslimische Burka-Trägerinnen zeigen ihre Bussen vor dem Stadthaus in Brüssel.
Keystone
Auf der Seite der Befürworter des Verbots war auch die ehemalige Finanzdirektorin des Kantons Tessin, Marina Masoni (FDP).
Auf der Seite der Befürworter des Verbots war auch die ehemalige Finanzdirektorin des Kantons Tessin, Marina Masoni (FDP).
Alessandro Della Bella, Keystone
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Der französische Geschäftsmann Rachid Nekkaz würde für im Tessin gebüsste verschleierte Frauen das allfällige Bussgeld übernehmen. Dies teilte er heute persönlich mit. Er unterhält bereits einen Millionen-Fonds für betroffene Frauen in Frankreich und Belgien. Beide Länder kennen ein Burka-Verbot.

Den Fonds, den er 2010 mit einer Million Euro öffnete, diene der Verteidigung der Freiheit und der religiösen Neutralität des Staates, teilte Nekkaz weiter mit. Bislang habe er 682 Bussen in der Höhe von 123'000 Euro beglichen.

Frühestens in zwei Jahren in Kraft

Er bezeichnet sich als Menschenrechtsaktivist und Gegner von Verschleierungen. Nekkaz setzt jedoch die persönliche Freiheit über alles. Indem er öffentlich die Bussen der Frauen bezahle, die auf den Strassen ihren Niqab tragen, will er «Regierungen und Parlamente lächerlich machen», welche fundamentale Freiheiten nicht respektierten, schreibt er weiter.

Nun nimmt er die Tessiner ins Visier, die am vergangenen Wochenende einer entsprechenden Initiative zugestimmt haben. Diese verbietet das Tragen von Gesichtsschleiern. Allerdings dürfte das Verhüllungsverbot frühestens in zwei Jahren in Kraft treten, da die eidgenössischen Räte beurteilen müssen, ob das Verbot mit der Bundesverfassung vereinbar ist. Zuvor muss das Tessiner Parlament der konkreten Ausgestaltung des Verbots zustimmen.

SDA/ajk

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