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Fricks Konkurrent soll ausgebootet worden sein

Bruno Frick war nicht erste Wahl für den Verwaltungsratsposten in der Finma. Nun wird bekannt, wer Kronfavorit gewesen wäre – und warum er fallen gelassen wurde.

Sollen Konkurrenten gewesen sein: Uni-Professor Urs Birchler (links) hatte im Rennen um den Finma-Verwaltungsratssitz offenbar das Nachsehen gegenüber Bruno Frick.
Sollen Konkurrenten gewesen sein: Uni-Professor Urs Birchler (links) hatte im Rennen um den Finma-Verwaltungsratssitz offenbar das Nachsehen gegenüber Bruno Frick.
zvg/Keystone

Nach den Enthüllungen zum Strafverfahren gegen Bruno Frick, den neuen Verwaltungsrat der Finanzmarktaufsicht (Finma), stellte sich das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) von Eveline Widmer-Schlumpf hinter ihn: Das umfassende Prüfverfahren vor der Wahl habe ergeben, dass der Ex-CVP-Ständerat ein geeigneter Kandidat sei, schrieb das EFD in einem Communiqué. An dieser Beurteilung habe sich nichts geändert.

Laut der «SonntagsZeitung» war Frick jedoch gar nicht die erste Wahl für den Posten gewesen. Die «Handelszeitung» macht nun publik, wer der Kronfavorit war: Das EFD von Eveline Widmer-Schlumpf habe Urs Birchler im Visier gehabt. Er ist Professor am Institut für Banking und Finance an der Uni Zürich und ein «profunder Kenner der Schweizer Finanzbranche», so die Zeitung.

Die Ehefrau sitzt im SNB-Bankrat

Auch dass Birchler seine Kandidatur freiwillig zurückgezogen habe, wie die «SonntagsZeitung» schrieb, stimme nicht, so die «Handelszeitung». Laut dem Bericht wurde er «ausgebootet»: Weil seine Ehefrau Monika Bütler im Bankrat der Nationalbank (SNB) sitzt, habe er Ende 2012 eine Absage für seine Kandidatur erhalten. Birchler sei also «auf fadenscheinige Art und Weise abserviert» worden. Schliesslich sei die SNB eine unabhängige Institution. «Der Interessenkonflikt – wenn es ihn überhaupt gibt – ist marginal», kommentiert die Zeitung.

Der wahre Grund für die Bevorzugung von Frick gegenüber Birchler sei vielmehr die Lobbyarbeit vom Dachverband der Selbstregulierungsorganisation (SRO) gewesen. Sie wolle mit allen Mitteln verhindern, dass das Finanzdienstleistungsgesetz von Widmer-Schlumpfs Departement in Kraft trete, denn es würde die SRO überflüssig machen. Mit Frick habe die SRO nun einen Gegner des Gesetzes und einen gut vernetzten Interessenvertreter in der Finma postieren können, einen «Wirtschaftsanwalt, der mit allen Wassern gewaschen ist».

Zudem habe Urs Birchlers Ehefrau eine gewichtige Rolle in der Hildebrand-Affäre gespielt: Bütler war laut der «Handelszeitung» eine jener Personen, die mit einem Ultimatum den Rücktritt des Ex-SNB-Präsidenten erzwungen hatten. Das habe ihr Eveline Widmer-Schlumpf noch immer nicht verziehen, weshalb es der Finanzministerin nicht schwer gefallen sei, Birchler fallen zu lassen.

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