Zum Hauptinhalt springen

Frick wusste offenbar nichts vom laufenden Strafverfahren

Bruno Frick ist Beschuldigter in einem Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Der neu gewählte Finma-Verwaltungsrat sagt, er habe nichts gewusst von der Existenz einer Strafanzeige.

Beschuldigter in einem Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung: Bruno Frick. (23. Oktober 2011)
Beschuldigter in einem Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung: Bruno Frick. (23. Oktober 2011)
Keystone

Gegen den neu gewählten Finma-Verwaltungsrat Bruno Frick läuft ein Strafverfahren im Kanton Schwyz. Fabian Kühner, Leiter der kantonalen Staatsanwaltschaft, bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda eine Meldung der «Schweiz am Sonntag».

«Wir haben ein pendentes Verfahren wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, und Bruno Frick ist der Beschuldigte», sagte Kühner. Das Verfahren geht auf Geschäfte im Jahr 1999 zurück, die Strafanzeige wurde 2011 eingereicht. Weitere Informationen zu dem Strafverfahren konnte Kühner nicht bekannt geben.

Tritt Frick sein Amt an?

Frick war für die sda vorerst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Der Alt CVP-Ständerat war vom Bundesrat Ende Juni in den Verwaltungsrat der Finanzmarktaufsicht Finma gewählt worden. Der 60-jährige Frick soll das Amt per 1. August antreten.

Der TA berichtete bereits, dass Bruno Frick von 2007 bis 2013 bei einem Finanzdienstleister im Verwaltungsrat sass, der einen gescheiterten Hedgefonds auf den Cayman-Inseln verwaltet hatte.

Vom laufenden Strafverfahren hatte der Bundesrat bei der Wahl keine Kenntnis. Dies sagte Roland Meier, Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements EFD, heute auf Anfrage. Ob Frick das Verwaltungsratsmandat trotz des laufenden Verfahrens antreten kann, ist unklar. Das EFD werde in den nächsten Tagen mit der Finma und Bruno Frick das Gespräch suchen, sagte Meier.

Frick wusste nichts vom Strafverfahren

Bruno Frick selbst wusste nichts vom laufenden Strafverfahren, wie er in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur sda schreibt. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreitet er.

Seine Wahl bilde offensichtlich Anlass für den Versuch, über Medien Druck auszuüben und Verdächtigungen zu streuen, schreibt Frick in der Stellungnahme. Auf die Frage, ob er das Verwaltungsratsmandat unter den gegebenen Umständen antreten will, geht er darin nicht ein.

Vom Inhalt der Strafanzeige hat Frick nach eigenen Angaben nach wie vor keine Kenntnis. Offensichtlich gehe diese zurück auf sein Mandat bei der Buechli Holding AG, Altendorf, deren Verwaltungsrat er vom Mai 1997 bis März 1999 präsidierte.

«Der Verwaltungsrat war im Februar 1999 veranlasst, zum Schutze der Gesellschaft und ihrer Gläubiger gegen den Willen des Hauptaktionärs Kapital zu blockieren. In kurzer Zeit wurde die Angelegenheit bereinigt, das Mandat sodann einvernehmlich beendet und dem Verwaltungsrat Decharge erteilt», heisst es in der Stellungnahme.

Erst im Jahre 2008 machte die Buechli Holding AG eine Forderung gegen Frick geltend. Er wurde daraufhin nach eigenen Angaben wiederholt betrieben, ohne dass es zu einer Zahlung oder zur Fortsetzung der Betreibung kam.

Frick bleibt gelassen

«Den Finma-Verwaltungsrat hatte ich im Vorfeld meiner Wahl über die Betreibungen informiert. Von der Existenz einer Strafanzeige hatte ich keine Kenntnis», schreibt Frick.

Einem allfälligen Strafverfahren sieht er «mit grosser Gelassenheit» entgegen. «Ich habe die Gewissheit, dass meine Handlungen in allen Teilen richtig und zum Schutz der betroffenen Aktiengesellschaft nötig waren», heisst es in der Stellungnahme.

Nach Fricks Angaben war in derselben Sache eine Strafuntersuchung gegen ein anderes Verwaltungsratsmitglied angestrengt worden; dieses wurde bereits im Jahre 2002 rechtskräftig eingestellt.

SDA/kle

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch