Forscher erhalten bald wieder EU-Gelder

Mit 40,6 Millionen Franken unterstützt der Bund Projekte von jungen Wissenschaftlern, die sich nicht mehr bei der EU bewerben konnten. Es soll die letzte Übergangslösung sein.

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Vom Bund statt von der EU unterstützt: Forschungsprojekt an der ETH Zürich. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

27 junge Forscherinnen und Forscher erhalten vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) einen sogenannten SNSF Starting Grant. Dabei handelt es sich um einen befristeten Ersatz für die EU-Forschungsstipendien, um die sich Forschende in der Schweiz nach Annahme der SVP-Zuwanderungsinitiative nicht mehr bewerben durften.

Das Gesamtbudget für die 27 finanzierten Projekte beläuft sich auf 40,6 Millionen Franken. Mit dieser Übergangsmassnahme werde für Forschende in der Schweiz ein adäquater Ersatz für die Beiträge des Europäischen Forschungsrats (ERC) bereitgestellt, teilte der SNF am Freitag mit.

145 Gesuche eingereicht

Insgesamt hatten 145 Nachwuchswissenschafter beim SNF Gesuche für die Starting Grants eingereicht, knapp jedes fünfte davon hiess der SNF schliesslich gut. Die Gesuche wurden anderem danach beurteilt, ob die geplante Forschung bahnbrechende Ergebnisse in Aussicht stellt.

Die Gelder fliessen an fünf Projekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften, zehn in den Life Sciences und zwölf in den Physik- und Ingenieurwissenschaften, wie der SNF mitteilte.

Gleich mit acht Projekten vertreten ist die Universität Zürich, dahinter folgen die Universität Basel und die ETH Lausanne mit je vier Projekten. In den Genuss der Gelder kommen weiter Forschende der ETH Zürich (3 Projekte) sowie der Universitäten Bern (2), Genf (2), Freiburg (1) und Lausanne (1), des Friedrich Miescher Instituts (1) und des Paul Scherrer Instituts (1).

Als Übergangsmassnahme lanciert

Der SNF hatte die SNSF Starting Grants im Frühling 2014 als Übergangsmassnahme für Forschende in der Schweiz lanciert, nachdem die Schweiz nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative vom Forschungsprogramm Horizon 2020 und damit auch von den Beiträgen des Europäischen Forschungsrats ausgeschlossen worden war.

Seit Mitte September können sich Schweizer Forscher nun aber wieder um EU-Forschungsgelder bewerben: Die Schweiz und die EU einigten sich im Juli auf eine Teilassoziierung, die provisorisch angewendet wird und vorerst bis Ende 2016 gilt.

Gestützt darauf können sich Schweizer Forschende an ausgewählten Teilen von Horizon 2020 vollumfänglich beteiligen. Der SNF wird die SNSF Starting Grants deshalb nicht nochmals ausschreiben.

fko/sda

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