Elf Bürger lancieren zehn visionäre Ideen

Ein Ideenlabor für die Schweiz. Das ist das Projekt Wunschschloss. Am 13. September heisst es ­im Schloss Thun Bühne frei für zehn Visionäre, die einer Jury ihre Ideen für die Schweiz von morgen präsentieren.

Ideen braucht das Land. Das ist der Grundgedanke hinter dem Projekt Wunschschloss. Die Initianten wollen damit Ideen generieren, welche die Schweiz für die Zukunft rüsten.

Getragen wird das Projekt von der Stiftung Strategiedialog und dem Swiss Venture Club. Die treibende Kraft der Stiftung Strategiedialog ist Jobst Wagner, Verwaltungsratspräsident und Mitinhaber der weltweit tätigen ­Rehau-Gruppe mit Sitz in Muri bei Bern. Beim Swiss Venture Club handelt es sich um ein Netzwerk von 2700 Unternehmern.

Grosser Auftritt für zehn Nominierte

Die Austragung des Wunschschlosses steht dieses Jahr unter dem Titel «Globalisierung: Dein Wunsch an die Politik!». Die Initianten luden im Frühling öffentlich dazu ein, Ideen einzureichen. Eine Jury hat aus den Eingaben die besten Ideen ausgewählt. Am 13. September kommt für die zehn ­Nominierten (siehe unten) der grosse­ ­Moment. Sie können im Schloss Thun vor der siebenköpfigen ­Jury und 160 Gästen ihre Idee vorstellen. Jurypräsident ist Christoph Linden­meyer, Verwaltungsratspräsident der Schindler Management AG. Dem Sieger winkt die Möglichkeit, die Idee den General­sekretären der Bundesrats­parteien vorzustellen, sowie ein Ticket für einen Flug rund um die Welt.

Was mit den Siegerideen geschah

Ideen haben indes im Politbetrieb einen schweren Stand. Das ­zeigen die Erfahrungen der Gewinner der Vorjahre. Bei der ersten Austragung im Jahr 2015 ­hatte die heute 74-jährige ­Siegerin ­Susanna Fassbind vorgeschlagen, dass alle Menschen, die Senioren unterstützen, die ­dafür aufgewendete Zeit gutgeschrieben erhalten. Sind die Senioren dann ­selber alt, können sie ihrerseits eine Betreuung im gleichen Umfang kostenlos beanspruchen. In der Stadt St. Gallen hat die Stiftung Zeitvorsorge, die interessierte Personen zusammenbringt, ihren Betrieb aufgenommen. Auf Bundesebene stiess die Idee indes auf wenig Gehör: Die BDP hat eine parlamentarische Initiative, ­die sie im September 2015 eingereicht hatte, im Juni dieses Jahres zurück­gezogen.

Im Jahr 2016 gewann Tobias Naef mit seiner Idee eines Konkordanzartikels. Dieser sollte einen Ausweg aus der Sack­gasse bringen, in welche die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative die Schweiz gebracht hatte. Das Parlament fand schliesslich mit dem Inländer­vorrang einen fintenreichen Ausweg. Die Idee von Naef wurde damit hinfällig.

«Der Mut für Neues fehlt»

Diese zwei Beispiele zeigen, dass Innovationen in der Politik oft einen schweren Stand haben. Das ungewisse Schicksal von Ideen in den Mühlen der Politik lässt Mitinitiant Jobst Wagner indes nicht am Projekt Wunschschloss zweifeln. Denn er ortet in der Schweiz ein grosses ­Defizit: «Was fehlt, ist der Mut. Der Mut, ­wieder etwas Neues zu machen und ­gestaltende Ideen zu ent­wickeln.»

(Berner Zeitung)

Erstellt: 04.09.2017, 13:52 Uhr

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