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«Ein Meilenstein für die Schweiz»

Die Schweiz ist nun offizielles Mitglied des Asien-Europa-Treffens. Nicht alle EU-Länder hatten sich dafür ausgesprochen. Eveline Widmer-Schlumpf betonte in Laos die Bedeutung des Gipfels für die Schweiz.

Feierlich eskortiert: Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf wird mit militärischen Ehren empfangen. (5. November 2012)
Feierlich eskortiert: Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf wird mit militärischen Ehren empfangen. (5. November 2012)
Keystone
Beim offiziellen Empfang: Der laotische Präsident Choummaly Sayasone und seine Frau Keosaychayn Sayasone begrüssen Eveline Widmer-Schlumpf. (5. November 2012)
Beim offiziellen Empfang: Der laotische Präsident Choummaly Sayasone und seine Frau Keosaychayn Sayasone begrüssen Eveline Widmer-Schlumpf. (5. November 2012)
Keystone
Grossanlass in der laotischen Hauptstadt: Flaggen verschiedener Länder wehen in Vientiane im Wind. (3. Novemver 2012)
Grossanlass in der laotischen Hauptstadt: Flaggen verschiedener Länder wehen in Vientiane im Wind. (3. Novemver 2012)
AFP
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Zum Auftakt des diesjährigen «Asia-Europe-Meetings» (ASEM) ist die Schweiz heute Montag als neues Mitglied aufgenommen worden. Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, welche die Schweiz vertrat, bezeichnete den Beitritt zu dem Forum als «wichtigen Meilenstein».

Zusammen mit der Schweiz wurden auch Norwegen und Bangladesh neu aufgenommen. Widmer-Schlumpf verspricht sich von der Schweizer ASEM- Mitgliedschaft eine engere Zusammenarbeit mit dem asiatischen und pazifischen Raum.

«Es ist eine grosse Ehre für mein Land, zusammen mit Ihnen nach Antworten auf die zahlreichen globalen Herausforderungen zu suchen, mit welchen unsere Kontinente konfrontiert sind», erklärte sie in der laotischen Hauptstadt Vientiane. Sie dankte insbesondere den EU- Ländern, die einen Schweizer ASEM-Beitritt unterstützt hatten.

Europa bleibt Säule der Weltwirtschaft

Zu den wichtigsten Themen des Treffens, zu dem mehr als 30 Staats- und Regierungschefs aus Asien und Europa angereist waren, gehört die Euro-Krise. So rief Frankreichs Staatschef François Hollande Asien gleich zu Beginn dazu auf, einen Beitrag zur Beilegung der Euro- Krise zu leisten. «Die Asiaten haben viel von unserem Wachstum profitiert», sagte Hollande. «Nun ist es Zeit für sie, unser Wachstum mit ihrer Nachfrage anzukurbeln.»

Zugleich hob Hollande hervor, dass Europa trotz der Schuldenkrise «immer noch eine Wirtschaftsmacht» sei. Die Wirtschaftsmacht China und andere asiatische Länder kritisierte er für ihre Währungspolitik: «Wir müssen wettbewerbsfähig sein, aber das erfordert faire Wechselkurse.» Einige westliche Staaten, darunter auch die USA, werfen China vor, den Yuan künstlich niedrig zu halten, um seine Exporte billiger zu machen.

Wen warnt vor Risiken

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao warnte seinerseits vor weiteren Risiken für die Weltwirtschaft. Die Finanzkrise sei noch nicht vorüber. Asien sei die dynamischste Region der Welt, Europa bleibe aber eine wichtige Säule der Weltwirtschaft. «Solange wir zusammenarbeiten, können wir unsere Verantwortung, weltweites Wachstum zu fördern, meistern.»

EU-Ratspräsident Hermann Van Rompuy versprach, die Europäische Union werde ein «starker Partner» bleiben. Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle bezeichnete den Euro als «robuste Währung». «Asien kann in Europas Stärke vertrauen», sagte er.

60 Prozent des Welthandels

Der ASEM-Gipfel ist ein informeller Meinungsaustausch zwischen Staats- und Regierungschefs aus Asien und Europa, der alle zwei Jahre statt findet. Die EU bemüht sich auf diesem Weg um bessere Wirtschaftsbeziehungen zu den schnell wachsenden Volkswirtschaften Asiens.

Mit der Aufnahme der drei neuen Mitgliedern hat der ASEM-Dialog jetzt 51 Partner - fast doppelt so viele wie beim ersten Treffen 1996. Sie machen mehr als 60 Prozent des Welthandels aus.

Bilaterale Gespräche am Rande des Treffens

Am Rande des Gipfels führte Widmer-Schlumpf informelle bilaterale Gespräche, etwa mit dem philippinischen Präsidenten Benigno Aquino und mit Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker. Am Montagnachmittag traf Bundesrat Didier Burkhalterin in Laos ein. Er wird die Schweiz am zweiten Tag des ASEM-Gipfels repräsentieren.

Das Treffen geht am Dienstag mit einer gemeinsamen Erklärung zu Ende. Formelle Beschlüsse werden nicht gefasst. Der nächste ASEM- Gipfel kommt in zwei Jahren wieder in Europa zusammen.

(SDA)

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