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Ein «Ich liebe dich» kann töten

SMS-Schreiben am Steuer: Regisseur Werner Herzog hat mit Opfern und Tätern einen Dokumentarfilm gedreht. Er zeigt auf, was auch in der Schweiz ein Problem ist – bereits ein Viertel der Autofahrer schreibt SMS.

«Ich nahm meinen Bruder an die Hand», erzählt Aurie. «Plötzlich war meine Hand leer.» Aurie steht am Rand einer Quartierstrasse in den USA. Sie zeigt, wie sie diese mit dem kleinen Xzavier überquerte, als eine Autofahrerin heranschoss, viel zu schnell und ohne zu bremsen. Xzavier überlebte den Unfall. Football, das er so sehr liebte, wird er aber nie mehr spielen. Der 8-Jährige ist querschnittgelähmt, rund um die Uhr versorgen ihn Schläuche mit Sauerstoff. Der Grund für seine Behinderung mass 14 Zeichen: «I'm on my way» (ich bin unterwegs) tippte die Autofahrerin ins Handy, als sie in Xzavier fuhr.

Xzaviers Unfall ist eine von vier Geschichten, die der erfolgreiche deutsche Regisseur Werner Herzog in seinem neuen Dokumentarfilm schildert. «From One Second to the Next» (Von einer Sekunde auf die andere) wurde letzte Woche in den USA erstmals gezeigt und ist nun im Internet verfügbar. In den USA ist das SMS-Schreiben beim Autofahren mittlerweile ein grosses Problem: Mehr als 100'000 Unfälle jährlich werden dem SMS-Schreiben zugeschrieben, Tendenz stark steigend. Herzog hat den Film als Auftragsarbeit gedreht, er ist Teil einer grossen Präventionskampagne. So war Xzaviers Mutter bereits im Frühling in Radiospots zu hören, wie sie schildert, was für sie das Schlimmste am Unfall sei: «Ich kann ihm nicht mehr sagen: Geh spielen.»

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