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Ein Autist steht vor dem Nichts – weil der Kanton nicht bezahlt

Einem Autisten droht die Einweisung in die Psychiatrie, weil die Finanzierung seiner Betreuung ausläuft. Un der Kanton Bern will keine Verantwortung übernehmen.

Der Autist Bernd Zaugg führt dank intensiver Betreuung ein fast normales Leben – noch. (Valérie Chételat)
Der Autist Bernd Zaugg führt dank intensiver Betreuung ein fast normales Leben – noch. (Valérie Chételat)

Bernd Zaugg, 32-jährig, lebt in einer eigenen Wohnung und er fährt jeweils mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu seiner Arbeit in einer Werkstatt. Was sich so selbstverständlich anhört, ist für den autistischen jungen Mann eine grosse Errungenschaft, die er sich zusammen mit seinen Betreuern in den letzten drei Jahren erarbeitet hat. «Er hat wieder Vertrauen zu Menschen gefasst», sagt seine Mutter Alice Zaugg aus Heimberg. Bernd Zaugg kann nicht sprechen, an seiner Stelle erzählt die Mutter: «Die Tragödie fing 1991 an.» Damals traten bei ihrem Sohn erste Panikzustände auf, panische Angst vor geschlossenen Räumen und vor dem Eingesperrtsein. Bernd Zaugg sei bereits als Kind in der Schule und später im Heim eingesperrt und dadurch schwer traumatisiert worden, sagt Georg Feuser, Professor für Behindertenpädagogik und Integration – die Eltern konnten nicht allein für das schwer behinderte Kind sorgen. Der deutsche ehemalige Gastprofessor an der Universität Zürich arbeitet mit Zaugg, seit dieser 17 Jahre alt ist. «Er wurde im Heim geschlagen und bekam Psychopharmaka, von denen sich sogar die zuständige Ärztin distanzierte», sagt Feuser. Am Ende war alles so schlimm, dass der Autist in die psychiatrische Klinik in Münsingen eingewiesen wurde.

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