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Ecopop-Initianten verteidigen sich

Die Forderung nach mehr Familienplanung in Entwicklungsländern wird von Initiativgegnern scharf kritisiert. Nun haben die Initianten zwei Entwicklungshelfer ins Boot geholt.

Ihre Initiative kommt am 30. November zur Abstimmung: Die Ecopop-Initianten bei der Präsentation des Initiativtextes. (Archiv)
Ihre Initiative kommt am 30. November zur Abstimmung: Die Ecopop-Initianten bei der Präsentation des Initiativtextes. (Archiv)
Keystone

Die Ecopop-Initianten verteidigen ihre Forderung, mehr Geld für die freiwillige Familienplanung in Entwicklungsländern einzusetzen. Das sei weder kolonialistisch noch rassistisch oder eugenisch, schreiben die Initianten in einer Mitteilung.

Gemäss Initiativtext soll der Bund künftig mindestens zehn Prozent der Entwicklungshilfegelder für freiwillige Familienplanung einsetzen. Ziele sind eine bessere Aufklärung und ein vereinfachter Zugang zu Verhütungsmitteln. Damit wollen die Initianten der «drohenden Überbevölkerung» entgegenwirken und so die «natürlichen Lebensgrundlagen sichern».

Das Gegner-Komitee bezeichnet die Forderung als «anmassend». Die Schweizer würden es schliesslich auch nicht akzeptieren, wenn ihnen afrikanische Länder vorschreiben wollten, weniger Kinder zu haben. Die sechs Hilfswerke der Alliance Sud kritisierten Ende August, den armen Ländern des Südens fehle es nicht an Verhütungsmitteln, sondern vielmehr an der Gesundheitspflege, der Bildung und am Einkommen.

Selbstbestimmung stärken

Die Ecopop-Initianten kontern in ihrer Mitteilung, mit der Förderung der freiwilligen Familienplanung werde den Menschen in den ärmsten Ländern gleich mehrfach geholfen. So würden die Selbstbestimmung der Frauen gestärkt, die Gesundheit von Müttern und Kindern verbessert und die wirtschaftliche Entwicklung der Länder beschleunigt. Langfristig profitierten die Entwicklungsländer auch davon, dass ein kleineres Bevölkerungswachstum die Umwelt weniger belaste.

Es gehe nicht darum, anderen Vorschriften zu machen. Ganz im Gegenteil sollen die Betroffenen die Möglichkeit erhalten, selbständig über ihre Familienplanung zu entscheiden. Die Initianten verweisen auf die UNO, welche die freiwillige Familienplanung als eine der «wirksamsten und kosteneffizientesten Massnahmen zur Armutsreduktion» bezeichne.

Gegner ins Boot geholt

Unterstützung erhalten die Initianten von zwei Ecopop-Gegnern. An der Pressekonferenz in Bern sprachen der langjährige Entwicklungshelfer Christian Oswald und Werner Haug vom UNO-Bevölkerungsfonds UNFPA. Beide lehnen das Hauptanliegen der Initiative ab, die Nettozuwanderung in die Schweiz auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zu beschränken.

Gleichwohl unterstützen sie die Forderung nach mehr Mitteln für die freiwillige Familienplanung. Die Position der Schweiz stehe im krassen Gegensatz zu internationalen Organisationen wie der UNFPA, der WHO und anderen öffentlichen und privaten Akteuren im Ausland, sagte Oswald gemäss Redetext.

Haug verwies unter anderem darauf, dass jedes Jahr sieben Millionen Teenager ungewollt ein Kind bekommen – und viele von ihnen die Schule oder Ausbildung abbrechen müssen. «Familienplanung eröffnet jungen Menschen Wege aus der Armut», sagte Haug.

Abstimmung im November

Die Initiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» kommt am 30. November zur Abstimmung. Lanciert hat die Initiative die parteiunabhängige Vereinigung Ecopop («ECOlogie et POPulation»).

SDA/mw

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