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Bund speckt nationale Sportpflicht ab

Der obligatorische Turnunterricht ist seit gut fünf Jahren auf Bundesebene geregelt. Jetzt steht das Gesetz auf der Kippe.

«Die Bundesregelung greift in die kantonale Schulhoheit ein»: Sportstunde im Schulhaus Bungertwies in Zürich. (12. März 2015)
«Die Bundesregelung greift in die kantonale Schulhoheit ein»: Sportstunde im Schulhaus Bungertwies in Zürich. (12. März 2015)
Gaetan Bally, Keystone

Drei Sportlektionen pro Woche sind in der Schweiz an den Schulen obligatorisch, so steht es zumindest seit 2011 im Sportförderungsgesetz. Doch laut der «NZZ am Sonntag» gibt es beim Bund die Pläne, das nationale Sportobligatorium an der Volksschule zu lockern. Genauer will die Finanzverwaltung des Bundes das Obligatorium ändern: in einer Analyse zur Entflechtung der Aufgaben von Bund und Kantonen sei auch das Sportobligatorium aufgeführt.

«Fremdkörper und unnötig»

Der St. Galler Finanzdirektor und Präsident der Konferenz der Kantone, Benedikt Würth, bestätigt gegenüber der Zeitung die Änderungsabsicht. «Die Kantone haben diese Bundesregelung, welche in die kantonale Schulhoheit eingreift, immer als Fremdkörper und völlig unnötig empfunden», sagt er.

Dass der Bund Vorschriften mache, deren finanzielle Folgen allein die Kantone trügen, dürfe nicht sein. Inhaltliche und finanzielle Verantwortung gehören gemäss Würth zusammen, was hier nicht der Fall sei. Die Kosten des obligatorischen Schulsports belaufen sich für die Kantone jährlich auf 1,4 Milliarden Franken.

VBS gegen eine Änderung

Alarmiert sind dagegen Sportpolitiker im Nationalrat. Falls das Sportobligatorium gestrichen werde, spare man sicher bald beim Turnunterricht in vielen Kantonen und die Gesundheit der Bevölkerung sei bedroht, hiess es von der Gegenseite.

Das Bundesamt für Sport unter Verteidigungsminister Guy Parmelin wolle sich dem Vernehmen nach gegen diese Änderung aussprechen. Gemäss «NZZ am Sonntag» befürchte man verwaltungsintern einen Abbau des Schulsports.

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