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Drei Spitzenposten sind jetzt in Frauenhand

In den drei grössten Nachbarländern wird die Schweiz künftig von Botschafterinnen repräsentiert.

Livia Leu Agosti, Christine Schraner Burgener und Rita Adam.
Livia Leu Agosti, Christine Schraner Burgener und Rita Adam.

Seit 2015 ist Christine Schraner Burgener Botschafterin in Berlin. Erstmals ist die Schweiz auf diesem Schlüsselposten durch eine Frau vertreten. Letzte Woche hat der Bundesrat Livia Leu Agosti und Rita Adam als neue Botschafterinnen in Paris respektive Rom ernannt. Damit werden die drei wichtigsten diplomatischen Vertretungen in den Nachbarländern der Schweiz von Frauen geleitet. Das ist ein klares Zeichen für die Gleichstellung der Geschlechter in der von Männern dominierten Diplomatie.

Leu Agosti war zuletzt Delegierte des Bundesrates für Handelsverträge und Leiterin des Bereichs Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen im Staatssekretariat für Wirtschaft. Von 2009 bis 2013 vertrat sie die Interessen der Schweiz in Teheran. Dass dies aussergewöhnlich war, zeigt allein schon, dass es darüber ein Buch gibt: «Unsere Botschafterin in Iran». Die Bündnerin ersetzt in Paris Bernardino Regazzoni, der als Botschafter nach Peking wechselt.

Rita Adam, die neue Missionschefin in Italien, war bisher Botschafterin in Tunesien und davor Vizedirektorin der Direktion für Völkerrecht. Adam folgt auf Giancarlo Kessler, der ebenfalls nach Paris wechselt: Er leitet dort künftig die Schweizer Delegation bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Während Leu Agosti die erste Botschafterin in Paris ist, hat Adam in Rom eine Vorgängerin: Von 1987 bis 1991 vertrat Francesca Pometta Berns Interessen in Italien, 1978 hatte sie als erste Schweizerin überhaupt den Botschaftertitel erhalten.

Zur Jahrtausendwende wurde die Schweiz an weltweit gerade mal 4 Destinationen von Botschafterinnen vertreten. 2010 standen 11 Frauen 90 Männern gegenüber. Unter Berücksichtigung der letzte Woche erfolgten 20 Ernennungen wird die Schweiz künftig an 21 von 112 Standorten von einer Botschafterin vertreten. Die seit 16 Jahren mehr oder weniger konsequent angewandte Paritätsstrategie bei der Rekrutierung des diplomatischen Personals zeitigt allmählich auch bei den Spitzenpositionen Wirkung.

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