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«Diese Initiative ist vergiftet»

Johann Schneider-Ammann hofft beim Rahmenabkommen auf eine Einigung. Foto: Franziska Rothenbühler

Laut GFS-Umfrage wollen 75 Prozent der Stimmbürger Ja sagen zur Ernährungssouveränitäts-Initiative. Das ist viel für eine Initiative einer Splittergruppe. Sind Sie besorgt?

Aus dem Trojanischen Pferd stiegen Krieger, die Troja vernichteten. Ist die Initiative so gefährlich?

Die Initiative verlangt auch, dass mehr Personen in der Landwirtschaft arbeiten.

Sie meinen bizarr?

Dieses Volksbegehren ist nur eine von vielen Öko-Agrar-Initiativen in der Pipeline. Es geht dabei um Fair Food, Trinkwasser, Hornkühe, Pestizide, Massentierhaltung und Quälprodukte. Offenbar treffen solche Anliegen in der Bevölkerung einen Nerv.

«Mit Nationalrat Markus Ritter und Ständerat Paul Rechsteiner sind die Fetzen geflogen.»

Sie argumentieren stark mit Strukturen. Aber viele Stimmbürger wollen ein Zeichen setzen: Sie fühlen sich in der globalisierten Welt der Grosskonzerne und der industriellen Landwirtschaft nicht mehr wohl. Wie begegnen Sie diesem Gefühl?

Die Initiative kommt bereits in einem Monat an die Urne, und Sie kämpfen bisher fast alleine dagegen. Erwarten Sie mehr Unterstützung von der Wirtschaft?

Protektionismus ist weltweit im Trend. Ist die Schweiz für solche Forderungen wegen der Möglichkeit, Volksinitiativen zu lancieren, besonders anfällig?

Falls sie angenommen wird: Wäre das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten noch möglich?

Das Mercosur-Abkommen steht unter anderem deshalb in der Kritik, weil die Schweiz kaum soziale und ökologische Standards sowie einen griffigen Tierschutz durchsetzen konnte.

Der grösste Kritiker des Abkommens ist Bauernpräsident Markus Ritter. Mit ihm liegen Sie in offenem Streit. Auch mit Gewerkschaftsboss Paul Rechsteiner haben Sie sich überworfen. Welcher der beiden ist Ihr Lieblingsgegner?

Haben sich beim Treffen mit Rechsteiner die verhärteten Fronten aufgeweicht?

Aber so viel Ruhe haben Sie nicht: Es bleibt Ihnen nicht einmal ein Monat Zeit für eine Lösung.

Ausgerechnet die europafreundliche SP stellt sich vor die Gewerkschaften und gefährdet das Rahmenabkommen. Wird damit sie anstatt der SVP zu dessen Totengräberin?

In Südamerika?

Sie drängen auf Anpassungen bei den flankierenden Massnahmen, welche die Linke als Abbau wahrnimmt. Müssten Sie ihr nicht als Gegengeschäft anderswo einen Ausbau anbieten, etwa bei den Gesamtarbeitsverträgen?

Erzählen Sie es uns.

Das heisst, Sie werden nach der Versöhnung mit Markus Ritter nun bald mit Paul Rechsteiner die Internationale singen?

Wie gross ist die Chance, dass es noch in diesem Herbst eine Einigung gibt beim Rahmenabkommen mit der EU?