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Diebesbanden schlagen vermehrt in Zügen zu

Noch sind die Übergriffe in den Zügen selten – doch laut den SBB nehmen sie zu. Verantwortlich dafür seien organisierte Verbrecherbanden und Migranten.

Übergriffe und Diebstähle in Zügen nehmen zu: Passanten am Bahnhof in Zürich Altstetten.
Übergriffe und Diebstähle in Zügen nehmen zu: Passanten am Bahnhof in Zürich Altstetten.
Keystone

Anfang Juli zeigte sich der Präsident der SBB-Personalkommission besorgt. «Besorgniserregend ist die Zunahme von Angriffen gegen Kundinnen und Kunden», wird Marcel Ruoss in der SBB-Mitarbeiterzeitung zitiert. Die Bundesbahnen bestätigen eine Trendwende. Die Zahl der gemeldeten Vorfälle in SBB-Zügen, sogenannter Tätlichkeiten, sank während mehrerer Jahre. «2011 hat der Trend gekehrt. Die Zahl der Übergriffe auf Kunden und auf Zugbegleiter ist 2012 erneut steigend», sagt Reto Schärli, Sprecher der SBB.

Genaue Zahlen sind nur per Kalenderjahr erhältlich. Zuletzt betrug die Zahl der Übergriffe auf das Personal 170, die Übergriffe von Reisenden auf Reisende 122. Insgesamt sind die Zahlen tief, reisen doch täglich rund eine Million Menschen in SBB-Zügen.

Mehr Konfliktpotenzial

Eine erste Analyse der SBB hat zwei Hauptursachen ergeben: Erstens sind vermehrt «organisierte Diebesbanden» in den Zügen unterwegs. Sie geraten in Konflikt mit den Passagieren und dem Personal, wenn sie entdeckt werden. Zweitens würden mehr Migranten ohne Fahrausweis fahren und mit dem Personal in Konflikt geraten.

Die Diebesbanden handeln gemäss den SBB immer nach dem gleichen Muster: Eine Person spioniert geeignete Opfer aus, eine andere warnt vor Personal und Polizei. Zwei Diebe schlagen schliesslich zu. Sie fallen den Zugbegleitern manchmal auf. «Unser Sicherheitspersonal ist sensibilisiert, um solche Vorgänge frühzeitig aufdecken zu können», sagt SBB-Sprecher Schärli.

Passagiere fühlen sich sicher

Die grössere Zahl von Migranten, die ohne Billett Zug fahren, sehen die SBB als Folge der aktuellen, weltweit grossen Flüchtlingsströme. Dieser Trend habe nichts mit dem geänderten Regime der Billett-Pflicht zu tun, die im Dezember 2011 eingeführt wurde – und ebenfalls zu negativen Reaktionen führte. Damals schafften die SBB die Möglichkeit ab, in den Schnellzügen ein Billett während der Fahrt beim Zugbegleiter zu kaufen. Gemäss den SBB führte diese Massnahme nicht zu mehr Konflikten zwischen Kunden und dem Personal. Die Übergriffe konzentrieren sich auf die Hauptlinien der SBB, aber nicht auf einen Landesteil. Die Vorfälle verteilen sich auf den ganzen Tag.

Wie die Passagiere ihre Sicherheit erleben, haben die SBB in jährlichen Telefonumfragen erhoben. Bei einem Indexstand von 80 Punkten auf einer Skala von 100 Punkten ist das Sicherheitsgefühl seit 2006 praktisch unverändert, mit einer leichten Abnahme im letzten Jahr.

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