«Die SVP ist für uns weit entfernt»

Die SVP zieht eine Listenverbindung mit der BDP in Betracht. Doch Heinz Siegenthaler, Präsident der Berner BDP, schliesst das schon heute definitiv aus. Er schlägt stattdessen vor, dass FDP, BDP, CVP und Grünliberale ihre Listen verbinden.

BDP-Präsident und Nationalrat Heinz Siegenthaler gibt der SVP definitiv einen Korb.

BDP-Präsident und Nationalrat Heinz Siegenthaler gibt der SVP definitiv einen Korb.

(Bild: Andreas Blatter)

Mischa Aebi@sonntagszeitung

Herr Siegenthaler, überraschend schloss die SVP am Dienstag eine Listenverbindung mit der BDP nicht mehr aus. Haben Sie Interesse?Heinz Siegenthaler: Nein. Von mir aus gesehen ist eine Listenverbindung mit der SVP ausgeschlossen – auch im Kanton Bern.

Warum? Die SVP ist für uns fast ebenso weit entfernt wie die SP. Wir wollen nicht mit Polparteien zusammenarbeiten.

Ist politische Nähe für Sie tatsächlich das Hauptkriterium für eine Listenverbindung? Dass man politisch das Heu einigermassen auf der gleichen Bühne hat, ist ein wichtiges Kriterium. Aber selbstverständlich spielen auch rechnerische Überlegungen eine Rolle.

Spricht denn auch rein rechnerisch alles gegen eine Verbindung mit der SVP? Ja. Auch bezogen auf mögliche Sitzgewinne spricht vieles gegen eine Zusammenarbeit mit dieser Partei. Gemäss einer Faustregel zieht jeweils die grössere Partei tendenziell den grösseren Nutzen aus einer Listenverbindung. Ausserdem haben wir bei den letzten kantonalen Wahlen festgestellt, dass wir fünf Sitze weniger verloren hätten, wenn wir mit den Mitteparteien eine Verbindung eingegangen wären. Das liess sich im Nachhinein eindeutig belegen.

Das klingt nicht nach Spielraum für Verhandlungen mit der SVP. Für Sie ist eine Listenverbindung mit ihr im Kanton Bern also bereits definitiv ausgeschlossen? Ja, definitiv. Eine Listenverbindung mit der SVP wäre für uns weder sinnvoll noch politisch verantwortbar. Wir haben auch aus den letzten kantonalen Wahlen gelernt. Dort hat uns das Zusammengehen mit der SVP geschadet. Wir sind im bürgerlichen Block untergegangen. Bei den nationalen Wahlen wäre dieser Effekt noch stärker. Es würde dann heissen, jetzt sitzen die wieder im selben Boot wie die SVP.

Welche Parteien kommen für die Berner BDP denn überhaupt infrage? Von der FDP über die CVP bis hin zu den Grünliberalen sind für uns zurzeit alle Parteien eine Option für Listenverbindungen.

Das ist ein breites Spektrum. Welche würden Sie bevorzugen? Gemäss Smartvote stehen uns FDP und CVP am nächsten.

Im Kanton Bern ist die CVP irrelevant, zumal sie keinen Sitz im Nationalrat hat. Deshalb muss für die Berner BDP die FDP die bevorzugte Partnerin sein. Die CVP im Kanton Bern ist klein, kommt aber für uns sehr wohl als Listenpartnerin infrage. Ich fände aber eine ganz andere Kombination interessant.

Nämlich? Alle Parteien in der Mitte könnten ihre Listen verbinden: FDP, CVP, BDP und die Grünliberalen. Ich fände das sinnvoll. Denn wir wollen ja die Mitte stärken.

Berner Zeitung

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