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Die SVP ist die neue Arbeiterpartei

Die früheren Stammwähler der SP wählen nun SVP. Das zeigen Wahlumfragen der letzten 40 Jahre.

Buhlen um Wähler: Christian Levrat, Parteipräsident SP, und Toni Brunner, Parteipräsident SVP, im SRF-Wahlstudio in der Wandelhalle des Bundeshauses. (18.10.2015)
Buhlen um Wähler: Christian Levrat, Parteipräsident SP, und Toni Brunner, Parteipräsident SVP, im SRF-Wahlstudio in der Wandelhalle des Bundeshauses. (18.10.2015)
Peter Klaunzer, Keystone
Die obere Grafik zeigt den Anteil der Arbeiter, die innerhalb der untersuchten 40 Jahre für SP, CVP und FDP gestimmt haben. Die untere vergleicht die Wähleranteile zwischen SP, SVP und Grüne.
Die obere Grafik zeigt den Anteil der Arbeiter, die innerhalb der untersuchten 40 Jahre für SP, CVP und FDP gestimmt haben. Die untere vergleicht die Wähleranteile zwischen SP, SVP und Grüne.
Line Rennwald / Adrian Zimmermann
Regional gibt es grosse Unterschiede: In konfessionell gemischten Kantonen der Deutschschweiz und der Westschweiz ist das Wahlverhalten von Arbeitern nicht gleich wie in katholischen Hochburgen.
Regional gibt es grosse Unterschiede: In konfessionell gemischten Kantonen der Deutschschweiz und der Westschweiz ist das Wahlverhalten von Arbeitern nicht gleich wie in katholischen Hochburgen.
Line Rennwald / Adrian Zimmermann
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Was viele schon vermutet haben, ist nun wissenschaftlich belegt: Arbeiter wählen nicht mehr SP, sondern SVP. Das belegen zwei Wissenschaftler anhand von Wählerbefragungen, berichtet der «Blick».

Laut der Studie wählten 1975 38 Prozent der Arbeiter SP. 2011 waren es nur noch 16 Prozent. Umgekehrt sehen die Zahlen bei der SVP aus: 1975 lag der Anteil der Arbeiter, die SVP wählten, bei 8 Prozent, 36 Jahre später waren es 40 Prozent.

Die Politikwissenschaftlerin Linne Rennwald und der Historiker Adrian Zimmermann haben die Daten aus zehn Umfragen, die jeweils nach eidgenössischen Wahlen stattfanden, untersucht. Ihre Forschungsergebnisse wurden im Rahmen des Projekts «Social Change in Switzerland» veröffentlicht.

Klassen spielen keine Rolle mehr

Demnach ist die veränderte Themensetzung der Parteien verantwortlich für die Wählerverschiebung. Die SVP stellte die Migrations- und Europapolitik ins Zentrum, während die SP sich zunehmend auf die Umwelt-, Friedens- und Frauenbewegung fokussiert habe, heisst es im Forschungsbericht. Zudem habe die Klassenzugehörigkeit, die in den 1970er-Jahren noch das Wählerverhalten prägte, an Bedeutung verloren.

Als Arbeiter gelten in der Studie Lohnabhängige, die in «einer technischen Arbeitslogik tätig sind und eine qualifizierte, semi- oder nicht qualifizierte Tätigkeit ausüben». Dazu gehören Arbeiter aus der Industrie, dem Baugewerbe und dem Transportsektor, sowie Verkaufs- und Reinigungspersonal aus dem Dienstleistungssektor.

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